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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Reisen in farbige Welten

14.09.2013

Emden Exakt am Geburtstag Alexander von Humboldts (14. September 1769) eröffnet die Kunsthalle Emden ihre Ausstellung „Neuland“, in der Künstler ganz in der Tradition des großen Forschungsreisenden ihre Erfahrungen und Entdeckungen in der realen Welt, in Kosmos, Mythen, Utopien und auch Internet ausgebreitet haben.

Mit Malerei belegt werden die berühmten Reisen Paul Gauguins und Emil Noldes in die Südsee und die Tunisreise von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet. Auch von ihnen ist manches wenig bekannt wie etwa die Männer- und Frauen-Köpfe Eingeborener von Nolde oder die schillernd farbigen Bildsituationen türkischer Schmuckhändler und Märchenerzähler von August Macke.

Wurden diese Exkursionen im Jahr 1914 durch den Ersten Weltkrieg abrupt beendet, so hat sich um 1960 eine neue Generation auf Reisen begeben. Manche folgten den Alten nach Nordafrika und in die Südsee. Emil Schumacher, der deutsche Maler des Informell, überrascht mit kargen figurativen Zeichnungen aus Marokko und Tunesien, während On Kawara seinem Galeristen jeden Tag auf einer Postkarte aus Sierra Leone meldete, dass er sich erhoben hätte („I got up“).

Die Wahrnehmung des Neulands änderte sich wie auch die Herkunft der Künstler: Japaner entdeckten zum Beispiel Europa, insbesondere Hieroyuki Masuyama die Alpen, die für Europäer gewiss auch stets neu sind, wenn sie sich Fernsichten hingeben, wie der Schweizer Maler Caspar Wolf schon im 18. Jahrhundert gezeigt hat.

Die Ausstellung wird auch ins Mythische (Atlantis mit Radierungen von Uwe Bremer) und ins Kosmische erweitert. Hierfür stehen die riesige Fotografie des Sternenhimmels von Thomas Ruff, die Unendlichkeit ahnen lässt. Oder die Videoinstallation von Katharina Sieverding „Die Sonne um Mitternacht schauen“, für die ausdrücklich NASA-Daten herangezogen wurden, um ein paradoxes Bild von Licht, Feuer und Finsternis zu entwickeln.

Das Kosmische ist auch Raum des Fiktionalen, indem die Raumstationen eines Ken Adam in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Ort gefunden haben. Andere Künstler gehen den entgegengesetzten Weg – in die geheimen Gänge unter dem Vatikan und in das Magazin des Vatikanischen Museums (Christoph Brech). Das ist alles also spannendes Neuland – auch für weit gereiste Besucher.


Infos unter:   www.kunsthalle-emden.de 
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