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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Staatstheater: Reparaturhalle spielt Hauptrolle

03.09.2010

OLDENBURG Der eigentliche Hauptdarsteller der „Dreigroschenoper“ ist zwar schon fast fertig, doch noch stapeln sich im künftigen Foyer der provisorischen Spielstätte des Staatstheaters die Farbeimer, liegt Sägemehl herum, fehlen Bodenbeläge, Zwischenwände auf den Toiletten und Markierungsstreifen auf dem Parkplatz. Dafür liegt Premierenfieber in der Luft: Am 11. September startet nicht nur die neue Spielzeit, die Halle 10 auf dem Oldenburger Fliegerhorst muss sich auch als bühnentauglich erweisen.

„Bei dieser Produktion spielt der Raum mit“, sagt Generalintendant Markus Müller. Das Regieteam hatte Spaß daran, ihn in die Inszenierung einzubauen – für die Gefängnisszene im zweiten Teil etwa ist die umlaufende Galerie der riesigen Halle einfach vergittert worden. Die alten aufgemalten Rauchverbotsschilder an den Wänden bleiben ebenso sichtbar wie die freiliegenden Rohre. Das muss nicht in jeder Produktion so aussehen, betont Müller, aber in diesem Fall bot sich die Halle selber an: Sie stammt aus dem Jahr 1936, Brechts „Dreigroschenoper“ von 1928.

„Akustik optimal“

Seit Monaten wird daran gearbeitet, die neue Spielstätte für eine Spielzeit so auszubauen, dass sich nicht nur das Ensemble und alle anderen Mitarbeiter, sondern auch das Publikum wohl fühlt. Was in erster Linie heißt: dass es nicht friert. Neu eingezogene Heizungsrohre durchlaufen in Bodennähe und an der Decke sämtliche Räume. „Die benutzt man sonst in Gewächshäusern“, erläutert der Intendant. Sie seien extrem leistungsstark und obendrein lautlos. Und für ganz kalte Tage und den Notfall hängen noch die alten, aber funktionstüchtigen Heizlüfter aus Militärzeiten an den Wänden.

Für warme Füße ist auch im Zuschauerraum gesorgt. Vorsichtig lüpft Müller den schwarzen Vorhang vom Tribünenaufbau und deutet auf Dutzende von verpackten Steinwolle-Säcken, die sich unter den Sitzen stapeln – gleich neben den Heizungsrohren. „Durch die Säcke wird die Akustik im Saal trockener“, flüstert er, während die erste Orchesterprobe in der Halle weitergeht. Und da die Tribüne Löcher hat, steigt die warme Luft ungehindert zu den Sitzplätzen auf: „Fußbodenheizung“, grinst Müller.

Mit der Akustik fürs Musiktheater ist er sehr zufrieden – „optimal“ –, beim Sprechtheater werden zusätzliche Stoffbahnen an der Galerie aufgehängt – „je mehr Stoffe desto trockener“ –, um die Sprachverständlichkeit zu steigern, erklärt er zwischen Ton- und Beleuchtungspult unterm Hallendach. Von dort oben hat man den besten Blick auf die Bühne mit ihren 286 Scheinwerfern, die im Großen Haus abgebaut und in der großen Halle eingebaut wurden. Auch die roten Sitze in den ersten sieben Reihen dürften langjährigen Theaterbesuchern bekannt vorkommen.

Abenteuer

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Unterdessen probt Christoph Iacono mit Musikern und Darstellern unten auf der Bühne weiter. Noch fehlen Kostüme und Bühnenbild, aber für die erste Orchesterprobe hält sich die Nervosität offenbar in Grenzen. „Ich bin ganz überrascht, wie gut das läuft“, sagt Kristina Gorjanowa, die die Polly singt. Die 27-Jährige ist neu im Ensemble, kommt direkt von der Theaterschule in Rostock und hat noch nie auf einer derart großen Bühne gestanden. „Da muss man ja zusehen, dass man auch die letzte Reihe erreicht.“ Als „Abenteuer“ und Herausforderung, aber auch als „völligen Ausnahmezustand“ für das Theater wertet Gilbert Mieroph, der den Mackie Messer spielt und singt, den Umzug auf den Fliegerhorst. Er mag den „Industriecharme“ der Halle.

Der Charme des Unfertigen wird bis zur Premiere allerdings verflogen sein. Dafür sorgt schon Müller: „Und wenn ich den letzten Sessel selber anschrauben muss.“

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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