Riehe - Vorsichtig schabt Deike Siegert mit der Entdeckelungsgabel über die Wabe. Langsam kämmt sie die Wachsplatten ab. Imker Hermann Tönjes nimmt die entdeckelte Wabe und stellt sie in die Honigschleuder. Langsam fließt der Honig unten raus. Dann ist der Moment gekommen: Alle Zuschauer nehmen sich einen Löffel und dürfen probieren.
Rund 200 Besucher kamen am Sonntag zum Tag der offenen Tür des Imkervereins Delmenhorst und Umgebung auf das Vereinsgelände in Riehe. Beim letzten Tag der offenen Tür vor zwei Jahren waren deutlich weniger Besucher da, allerdings sei damals auch das Wetter schlecht gewesen, sagte Dirk Hoffmann, 2. Vorsitzender des Vereins.
Zum Programm gehörten neben der Vorführung des Honigschleuderns auch Führungen über das Vereinsgelände, ein Kurzfilm über die Imkerei, Bienenvolkbeobachtung im Schaukasten, ein Imkermarkt und sogar die praktische Arbeit am Bienenvolk. Dazu schlüpften die Teilnehmer in Schutzkleidung. Der Tag der offenen Tür soll in Zukunft alle zwei Jahre in Riehe stattfinden.
Dirk Hoffmann freute sich besonders darüber, dass Besucher aller Altersklassen vorbeischauten und großes Interesse an der Anfängerschulung besteht. Der Verein versucht, alle zwei Jahre einen Anfängerkurs anzubieten. „Wir haben in den vergangenen Jahren nie Probleme gehabt, den Anfängerkurs voll zu kriegen“, berichtete Hoffmann. 25 Interessierte können teilnehmen. Der nächste Kurs findet im kommenden Jahr statt. Ende Januar oder Anfang Februar soll er starten. An zehn Schulungstagen, die jeweils vier Stunden umfassen, lernen die Teilnehmer, wie das Imkerhandwerk funktioniert. Die Schulung beinhaltet einen Theorie- und einen Praxisanteil. Die Teilnehmer können das „Honigzertifikat des Deutschen Imkerbundes“ erwerben.
Um Bienenvölker zu halten, brauche man keinen großen Garten, erklärten Hermann Tönjes und Dirk Hoffmann. Selbst auf einem Balkon sei das möglich. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Nachbarn nicht gestört werden.
Nach dem Kurs hat der Imkerverein Interesse, die Anfänger weiter zu betreuen. „Es geht hier ja um das Tierwohl“, betonte Dirk Hoffmann, „sie müssen verantwortungsvoll mit den Bienen umgehen.“
