• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Riesige Ruinen aus Pappe

02.09.2015

Bremen Die Galerie liegt in Ruinen – mit seiner Installation „Nachwirkung“ möchte der Schweizer Konzeptkünstler Thomas Hirschhorn den Räumen der Kunsthalle Bremen eine neue Ansicht verleihen. „Mein Ziel ist es, eine andere Welt zu erschaffen“, sagte der Künstler jetzt in der Hansestadt. Rund 500 Schrauben, 2000 Meter Elektrokabel und gut 40 Rollen Klebeband wurden bisher in der Installation verbaut.

Bis zum Freitag (4. September) wird der Künstler das Werk dann mit seinen Helfern fertigstellen. Wandverkleidungen und vermeintliche Stahlträger aus Pappe wurden von Hirschhorn bereits in seinem Atelier in Paris vorgefertigt. Rund drei Wochen dauern die Vorbereitungen und der Aufbau des Kunstwerks, das drei Räume der Kunsthalle in Ruinen verwandelt.

Skandal in Paris

Durch abgeschrägte Böden sollen die Besucher beim Rundgang stark verunsichert werden. Aus den grauen Steinwänden ragen verrostete Kabel, der Boden ist übersät mit Mauerstücken – doch diese sind alle nur aus Pappe.

Ein alter Rohrofen als Feuerstelle solle zeigen, dass die Ruine durchaus bewohnt oder bereits von Menschen besucht wurde, erklärt der Konzeptkünstler. In die Ruinenlandschaft sind zudem fünf Kunstwerke aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen integriert.

Der Künstler Hirschhorn lebt und arbeitet in Paris. Er wurde unter anderem mit dem Prix Marcel Duchamp und dem Joseph-Beuys-Preis ausgezeichnet. Größere internationale Bekanntheit erlangte Hirschhorn durch die Installation „Swiss-Swiss Democracy“ im Schweizer Kulturzentrum Paris im Jahr 2004. Diese war Medienberichten zufolge ein Skandal, da sie der Außendarstellung des Landes schade.

Nach einer Welle der Empörung im Nationalrat in der Schweiz wurden als Strafaktion der Kulturstiftung Pro Helvetia die Mittel in Höhe des Beitrags der Stiftung an dieser Ausstellung gekürzt. Stein des Anstoßes war vor allem das Kollagieren von Folterbildern aus dem Irak mit den Wappen der Schweizer Kantone – nur ein Detail in der für Hirschhorn sehr typischen, bewusst unübersichtlichen Architektur der Installation.

Straßenaltar

Eine weitere Form der Installation, die Hirschhorn in verschiedenen Städten an öffentlichen Orten gern aufbaut, ist der Straßenaltar. Bisher widmete er seine Altäre vier Schriftstellern und Künstlern: Piet Mondrian, Otto Freundlich, Raymond Carver und Ingeborg Bachmann. Im Oktober 2006 installierte er für das Ausstellungsprojekt „U2 Alexanderplatz“ ) im U-Bahnhof Berlin-Alexanderplatz den „Ingeborg Bachmann Altar“.

Hirschhorn stellte schon auf der Documenta 11 in Kassel und auch auf der 54. Biennale in Venedig aus.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.