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Veranstaltung Ritterspiele und Handwerkskunst

Manfred Stolle

Schillig - 60 Gruppen sowie rund 70 Händler und Handwerker drehten am Wochenende am Strand von Schillig das Rad der Zeit um 800 Jahre zurück: Sie schlugen ihre Zelte und Heerlager bereits zum dritten Mal am Strand von Schillig auf einer Fläche von rund zehn Hektar auf. Und es könnten noch mehr werden. „Ich habe noch 57 Lager auf der Warteliste. Sie konnten keinen Platz mehr bekommen. Die Resonanz ist einfach gewaltig“, sagte Organisatorin Marion Hoffmann.

Eigener Ordnungsdienst

Die Wangerland-Touristik stellt das Gelände zur Verfügung. Unter anderem braucht ein Mittelaltermarkt dieser Größe einen eigenen Ordnungsdienst, Brandschützer und Sanitätspersonal. Die fielen in dem großen Trubel aber gar nicht auf. „Alle arbeiten in Gewandung“, so Hoffmann. Lediglich das Funkgerät am Gürtel zeigte den Besuchern, dass da gerade ein „Offizieller“ an ihnen vorbeiging. „Das sieht ja auch blöd aus, wenn da jemand mit roter Jacke durch ein Mittelalterlager geht“, meint Hoffmann.

Die Ausrichterin, die auch Stadtfeste, Open-Air-Veranstaltungen oder Halloween-Events organisiert, war besonders erfreut darüber, dass Mittelalter-Händler aus ganz Europa mittlerweile wegen eines Auftritts in Schillig nachfragen. In diesem Jahr waren unter anderem Gruppen aus Frankreich, Ungarn und Bulgarien dabei. Nicht ganz so weit reisten die Freunde des Lagers Eichkamp an.

Der Bogenschütze Brons, seine Frau Adelheid und der Handwerker Thomas kamen mit ihren Freunden aus Leverkusen und Bonn an die Nordsee. Für ihren Spaß hatten sie einen Kurzurlaub von vier Tagen eingelegt. Sie sind seit acht Jahren regelmäßige Gäste bei Mittelalter-Spektakeln. Im September werden sie zur nächsten Veranstaltung an der Nordseeküste nach Dornum (Kreis Aurich) reisen. Alles, was sie dabei haben, ist selbstgemacht. „Das ganze Gewand habe ich geschneidert“, sagte Adelheid. Vier Wochen lang nähte sie aus Leinen und Seide ihre mittelalterliche Tracht. Ansonsten gab es bei ihnen Lederarbeiten und Holzschnitzereien zu bewundern.

In vielen Lagern wurde gezeigt, wie im Mittelalter Kleider, Schmuck, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände hergestellt wurden. Es gab Schmiede, Spinner und Seilmacher. Bereits mehrere Mittelalter-Spektakel hatte die Familie Tippmann aus Oldenburg besucht. In Schillig war sie am Sonnabend zum ersten Mal. Sie seien angenehm überrascht und hätten die Veranstaltung nicht so groß erwartet, sagten sie.

Holzfässer als Karussell

„Toll, fantastisch oder super“, waren die Kommentare vieler Besucher, die sich gar nicht satt sehen konnten. Die Kinder konnten in ein Karussell klettern, in Fässern, die wie Pferde gestaltet waren, ihre Runden drehen. Die Größeren durften sich im Bogenschießen oder Axtwerfen versuchen.

Mitmachen war dagegen beim Spektakel auf dem Turnierplatz nicht zu empfehlen. Ritter kämpften in voller Rüstung mit Schwertern, Lanzen und Äxten im Schauprogramm gegeneinander. Mit dabei waren die Gruppen „Fraternitas Belli“ aus Witten, der „Deutsche Schwertorden“ aus Bremen, die „Freyen Templer Septentrio“ aus Hannover und ein Sarazenlager aus Osnabrück. Die Darstellung der Mittelaltergruppierungen ist um die Zeit der Kreuzzüge um 1220 anzusiedeln. Die Mitglieder arbeiten ständig an ihrer Ausrüstung, an Gewandungen, Waffen und Rüstungen, üben den Umgang mit mittelalterlichen Waffen und entwickeln Techniken auf der Basis von Überlieferungen.

Die Zuschauer standen in sicherer Entfernung um den Turnierplatz und erfreute sich an den Darbietungen, die bei 25 Grad im Schatten für die Akteure eine schweißtreibende Angelegenheit waren. Parallel zum Mittelaltermarkt richteten die Geschäftsleute in der Fußgängerzone von Schillig ihr Straßenfest aus und sorgten für einen zusätzlichen Anziehungsort in Schillig.

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