Rodenkirchen - Die Stellenausschreibung war professionell – genau wie die Arbeit des bisherigen Stelleninhabers. „Für den Erhalt und die Weiterentwicklung“ des Archivs des Blasorchesters Rodenkirchen suchte der Vorsitzende Thorben Klein den Nachfolger von Alfred de Boer als „Chronist (m/w/d)“.
Abschied angekündigt
Alfred de Boer hatte in der Jahreshauptversammlung im Januar 2019 seinen Abschied zum Jahresende aus Altersgründen angekündigt: Er wird in diesem Mai 93. Fast ein Jahr verging – und dann meldete sich Astrid Eilers. Die Erzieherin aus Rodenkirchen ist 21 Jahre alt, 71 Jahre jünger als ihr Vorgänger. Sie war also noch gar nicht auf der Welt, als Alfred de Boer Anfang 1998 als Chronist angefangen hatte.
Alfred de Boer spielt kein Instrument, aber er hört gern die Musik des Blasorchesters, und so trat er dem Verein am 1. April 1977 – ein Jahr nach der Gründung – als passives Mitglied bei. Knapp 21 Jahre später wurde er aktiv – und setzte dabei Akzente. Als Chronist sammelte er sämtliche Zeitungsartikel, in denen das Blasorchester auftauchte – und sei es nur in einem Nebensatz. Diese Artikel schnitt er aus, klebte sie auf DIN-A4-Papier und heftete sie, chronologisch geordnet, in eine Mappe.
Jedes Jahr legte er eine neue Mappe an; insgesamt sind 23 zusammengekommen. Auch für dieses Jahr hat Alfred de Boer schon eine Mappe angelegt; Astrid Eilers wird sie weiterführen.
Analoge Datenbank
Außer den Zeitungsartikeln enthalten die Mappen auch Glückwunsch- und Hochzeitsanzeigen der Orchester-Mitglieder sowie Plakate, Faltblätter und Eintrittskarten zu den jeweiligen Konzerten – eine rein analoge Datenbank für das Blasorchester also.
Doch das Digitale soll nicht mehr außen vor bleiben, hat der Vorsitzende Thorben Klein beschlossen. Deshalb will er die Blätter jetzt einscannen.
