Rodenkirchen - Auch das Blasorchester muss auf die Ansteckungsgefahr Rücksicht nehmen. Am späten Donnerstagnachmittag hat der Vorsitzende Thorben Klein das alljährliche Frühjahrskonzert wegen des Corona-Virus kurzfristig abgesagt.
Rund 120 Eintrittskarten sind schon verkauft worden, sagt Thorben Klein. Was aus ihnen wird, sollte am Donnerstagabend bei der letzten regulär geplanten Probe vor dem Konzert an diesem Sonntagnachmittag in der Markthalle Rodenkirchen besprochen werden.
Markthalle ausverkauft?
Insgesamt, schätzte der Vorsitzende des Trägervereins auf der Basis des Vorverkaufs, wäre das Konzert am Sonntag mit 350 Zuschauern ausverkauft gewesen – so wie in den vergangenen vier Jahrzehnten eigentlich immer.
Grund für die Absage war ein erneutes Gespräch mit dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung, dessen Mitarbeiter dem Orchester-Chef am Donnerstagnachmittag deutlich machten, dass sie einen Antrag auf Genehmigung des Konzerts schriftlich ablehnen würden. Daraufhin sah Thorben Klein keine Alternative mehr zur Absage.
Tiefe Frustration ist die Folge dieser Entscheidung. Das zeigte sich auch bei der letzten Probe in der Hengsthalle, bei der gemeinsame Trauerarbeit angesagt war. Das 45-köpfige Orchester habe seit Anfang Dezember rund 60 Stunden für die Veranstaltung unter dem Motto „Elemente“ geprobt – darunter in drei jeweils zweitägigen Sonderproben. Ob und wann dieses Konzert nachgeholt wird, stand Donnerstagabend noch nicht fest.
Allein gelassen
Ausgeschlossen hatten die Musiker eine Absage durch den Landkreis auch schon vorher nicht. „Bis jetzt sind in Niedersachsen aber nur Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern untersagt, und in den Nachbarkommunen ist die Zahl der Infektionen stabil“, erläutert Thorben Klein am Donnerstagmorgen im Gespräch mit der NWZ, warum das Orchester an dem Konzert festhielt.
In seiner Unsicherheit hatte sich der Vorsitzende allein gelassen gefühlt. „Wir sind keine Mediziner“, sagt er. Deshalb hält er es für eine Überforderung von ehrenamtlichen Organisationen, wenn sie selbst das Risiko der Ansteckungsgefahr einschätzen sollen, das mit ihren Veranstaltungen verbunden sein könnte. So orientierte er sich an ähnlichen Angeboten wie Theater-Aufführungen. Aber, sagte er am Donnerstagvormittag: „Mir wäre eine klare Ansage des Kreises lieber gewesen.“
Diese klare Ansage hat er dann – zu seinem Leidwesen – am späten Donnerstagnachmittag bekommen.
