Rodenkirchen - Viele Rodenkircher haben sich den übernächsten Sonntag, 31. März, schon im Kalender vorgemerkt. Denn dann führen drei Chöre aus dem Dorf ab 17 Uhr in der St.-Matthäus-Kirche gemeinsam die Deutsche Messe auf.
Für die rund 40 Sängerinnen und Sänger und ihren Chorleiter Alfons Faß sind die Proben jetzt in der Endphase angekommen. Mit dabei sind Aktive aus der Singgemeinschaft Stadland, dem St. Matthews Choir der Kirchengemeinde und dem Kirchenchor sowie einige Projektsänger, die keiner der drei Vereinigungen angehören.
Aus drei Chören
Alfons Faß hatte die Idee, die drei Chöre für ein großes Projekt zusammenzubringen. „Wir haben so viel Potenzial in Rodenkirchen“, betont der Chorleiter, der gerne noch weitere Sängerinnen und Sänger für die Chormusik begeistern möchte.
Nach Rücksprache mit den Chören einigten sich alle gemeinsam auf die Deutsche Messe von Franz Schubert (1797 bis 1828). Alfons Faß schrieb zunächst das vierstimmige Original für drei Stimmen um. Gesungen wird die Messe statt in F-Dur in D-Dur. Durch die Veränderung verschiebt sich die Tonlage ein wenig. Dies bedeutet eine große Herausforderung für alle Sänger, da die Sopranisten nicht ganz so hoch und die Alt-Sänger nicht ganz so tief singen müssen.
Bei dem gesungenen Text hält sich der Chorleiter an das Original der Messe von Schubert, das 1826 von Johann Philipp Neumann, Professor an der Technischen Hochschule Wien, in Auftrag gegeben wurde. Auch den musikalischen Teil hat Alfons Faß vorbereitet. Da keine Musiker zur Verfügung stehen, hat er die Instrumente Orgel, Cello, Oboe, Streicher und Horn einzeln in seinem neuen Keyboard zusammengestellt und für die Einspieler abgemischt.
Pastorin liest Texte
Die Messe besteht aus acht Teilen und einem Anhang, dem heutigen Vaterunser, das vor dem Schlussgesang eingefügt ist, um einen harmonischen Übergang zu gewährleisten.
Zwischen den einzelnen Teilen liest Pastorin Birgit Faß Texte, die zu dem Werk passen.
Das Besondere an der Messe ist, dass Franz Schubert sie gleich auf Deutsch Deutsch verfasste – daher auch ihr heute möglicherweise etwas irritierender Name –, was sehr untypisch für die damalige Zeit war. Denn damals waren in katholischen Kirchen fast nur lateinische Gesänge zu hören.
Zudem interpretierte er den liturgischen Text sehr als sehr freie, assoziative und romantisierende Übertragung, was nicht bei allen Kirchenfürsten gut ankam. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangte das Werk ungewöhnliche Popularität.
Im Mittelpunkt der Deutschen Messe stehen die Menschen mit ihren ganz irdischen Sorgen und Nöten. Die Aufführung der Deutsche Messe soll auch als Messandacht dienen.
