RODENKIRCHEN - Butler Johann betrat die Bühne und richtete alles zur Geburtstagsfeier seiner Chefin Miss Sophie her. Damit hatte er zwar keine Probleme. Aufgrund der Art und Weise dieser Inszenierung lachten die Gäste in der Markthalle Rodenkirchen vorab trotzdem.

Die Persiflage „Eeten för een“ auf die Kultsendung „Dinner for One“ in Plattdeutsch kam sehr gut an bei den rund 160 Gästen. Nachdem Johann (Jürn Cornelius) von seiner 90-jährigen Chefin Miss Sophie (Tina Dittmann) den Ablauf erklärt bekommen hatte, begann das amüsante Mahl mit auch bereits verblichenen Gästen. So kam es, dass der Butler die Rollen von Heinz Ehrhardt und Rudi Carrell übernehmen musste.

Das Essen begann für Miss Sophie und ihren imaginären Gästen mit einer Kartoffelsuppe und einem Korn. Johann servierte, wie es sich für einen Butler gehört, selbstsicher und gekonnt. Er begrüßte die Gäste und schenkte großzügig ein. Auch der leicht verstaubte Hund seiner Chefin namens „Sir Toby“ wurde mit einem Getränk bedacht. Danach folgten erste Irritationen.

Die Kuscheldecke für den Hund musste gegen ein teures Exemplar gewechselt werden. Auch das Wasser wurde gegen ein Spezialdestillat ausgetauscht. Butler Johann begehrte erstmals auf. Er verstand nicht, warum der Kläffer eine besondere Abfüllung aus dem Hause Hülsmann erhalten sollte.

Von nun an ging es drunter und drüber. Der Butler wechselte gekonnt in die Rollen der Gäste. Bei Rex Guildo stimmte er „Hossa Mexicana“ an, bevor er die Füße zackig zum Gruß zusammenschlug. Das behagte der treuen Seele ganz und gar nicht. Doch was sollte er tun?

Gast Heinz Ehrhardt hatte immer einen passenden Spruch parat. Er begrüßte seine alte Freundin beispielsweise mit den Worten „Alles Leben stammt aus einer Zelle“. Rudi Carrell würdigte die Hausherrin mit den Worten: „Sie werde am laufenden Band immer schöner.“

Zu vorgerückter Stunde ließ Butler Johann dann jedes Feingefühl vermissen und sprach die Hausherrin mit unflätigen Worten an. Er warf das Tablett über die Bühne, vergoss Wein und Sekt in Strömen. Auch stolperte er immer öfter über eine Figur am Boden, die den Betreiber einer Biogasanlage in Kötermoor darstellen sollte.

Jürn Cornelius und Tina Dittmann überzeugten nicht nur in ihren Rollen. Sie glänzten in dieser Parodie und sorgten unter den Gästen für Dauergelächter. Auch nach der Inszenierung war noch lange nicht Schluss, liefen die Darsteller doch von Tisch zu Tisch und schenkten den Gästen noch einen kräftigen Schluck aus der Flasche ein. Hin und wieder nahmen sie sich auch kleine Häppchen von den Tellern – das Lachen war ihnen sicher.