Rodenkirchen - Wer kennt sie nicht, all die Sprüche und Redewendungen, die einen von Kindheit an begleiten? „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ oder „vom Regen in die Traufe kommen“. Die Künstlerin Claudia Wimmer hat diese Sprichwörter mit der Feder gezeichnet. Herausgekommen sind individuelle Bilder, die veranschaulichen, wie sich die Künstlerin jene Sprüche und Redewendungen vorstellt.
Die Ausstellung ist nun im Rodenkircher Rathaus zu sehen. Sigrid Burmester sprach bei der Vernissage einige einführende Worte. Sie ist auch die Initiatorin der Ausstellung. „Bei dieser 16. Ausstellung hier im Rathaus wird einmal ganz etwas anderes als sonst gezeigt“, meinte sie. Viele Besucher hatten beim Betrachten der Bilder geschmunzelt, hatte sie beobachtet.
Die Künstlerin Claudia Wimmer wurde 1959 in Hannover geboren, studierte an der International Academy of Arts in Bremen, lebt und arbeitet heute in Lesum. Dort hat sie 2009 ein privates Künstlerhaus eröffnet.
Claudia Wimmer dankte Sigrid Burmester für die tolle Zusammenarbeit. „Ich arbeite gerne in Serien, wie hier im Rathaus“, sagte die Künstlerin, deren Hauptthema ihrer künstlerischen Tätigkeit auf der Globalisierung liegt. „Hierbei interessieren mich vor allem die verbindenden Elemente, wie in der aktuellen Ausstellung die Sprichwörter und Redewendungen, die es in allen Sprachen und Regionen gibt“, sagte sie und erzählte weiter, dass bereits ihre Oma mit Sprichwörtern und Redewendungen nur so um sich geworfen hatte. Sie sei also damit aufgewachsen, verriet Claudia Wimmer.
Für die Ausstellung holte sie sich Studenten der Jacobs University Bremen mit ins Boot, mit deren Hilfe Claudia Wimmer nun weitere Sprichwörter und Redewendungen aus verschiedenen Ländern zusammen getragen hat, aus denen die Künstlerin dann Bilder entstehen ließ. Aus dem arabischen Sprachraum kommt unter anderem das Sprichwort „Ein goldener Sattel macht aus einem Esel noch kein Pferd“. Im afrikanischen und deutschen Sprachraum gebräuchlich ist dagegen das Sprichwort „Was ein alter Mensch im Sitzen sieht, sieht ein junger nicht im Stehen.“ Im Foyer des Rathauses und im Treppenaufgang sind insgesamt 28 Bilder ausgestellt. Auch die Gäste waren aufgefordert, eigene Sprichwörter oder Redewendungen in einen dafür vorgesehenen Rahmen zu platzieren.
Gabi Menzel umrahmte die Vernissage musikalisch mit ihrem Keyboard. Sigrid Burmester hatte jede Menge kleiner Leckereien vorbereitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Januar zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr.
