RODENKIRCHEN - „Masuren ist ein fantastisches Land für Naturliebhaber und nur eine Tagesreise entfernt“, sagte der Reisejournalist Bernd Naumann. Er empfahl, eine geplante Tour in das Frühjahr zu verlegen, da dann weniger Touristen unterwegs und überall noch Unterkünfte frei seien.
Mit seinem Diavortrag „Naturparadies Masuren & Danzig, 1000 Jahre alte Handelsstadt“ begeisterte Bernd Naumann rund 200 Besucher in der Markthalle Rodenkirchen. Mittlerweile sei Masuren das beliebteste Reiseziel in der näheren Umgebung und im Sommer entsprechend gut besucht. „Die Masuren zeigen Herz, Seele und Verstand und freuen sich auf Gäste“, sagte der Referent und wies darauf hin, dass sich viele Polen bereits auf den Tourismus als Einnahmequelle eingestellt hätten. Er selbst habe viel Gastfreundschaft erfahren dürfen.
Ein ideales Reiseziel
Masuren ist das ideale Reiseziel für Angler, Wassersportler, Naturfreunde und Architekturbegeisterte. In seiner Rundreise besuchte Bernd Naumann auch historische Orte, markante Plätze und ruhige Landstriche in einem Land, welches einst von Preußen, Russen, Polen und Deutschen heiß umkämpft war. Die ereignisreiche Geschichte spiegelt sich heute noch in den unterschiedlichen Baustilen wider. Allenstein, umgeben von 15 Seen, ist mit seinen 150 000 Einwohner die Hauptstadt des Ermlandes. Die Geburtsstadt von Erich Mendelsohn, ein bedeutender Architekt des 20. Jahrhunderts, besitzt eine herrlich restaurierte Altstadt, die viele Urlauber anlockt. Viele der Orte, wie etwa das im 13. Jahrhundert vom deutschen Ritterorden gegründete Rastenburg, seien sehr gut zu Fuß zu erkunden, meinte Bernd Naumann.
Die tief verwurzelte Gläubigkeit der Polen zeige sich auch an der berühmten Wallfahrtskirche Heiligenlinde, einem Gebäude aus dem Spätbarock, üppig in gelb-weißer Fassade gestaltet mit einer Statue des Papstes Johannes-Paul II., so der Journalist. Im Innern befindet sich eine der bedeutendsten Orgeln des Landes mit beweglichen Engelsfiguren und Sonnenrädern, die einem bestimmten Mechanismus unterworfen sind und dem Klang der 4965 Pfeifen folgen.
Das masurische Venedig
Weitere Stationen seiner Rundreise waren Nikolaiken, das masurische Venedig, sowie das ruinöse Schloss Steinhof des Grafen Heinrich von Lehndorf, der Kurort Augustow, die Wallfahrtsort Senji und die Bischofsburg in Heilsberg, einer Ordensburg, in der Nikolaus Kopernikus wohnte und arbeitete. Auch die Marienburg, der größte Backsteinbau der Erde und der drittgrößte Burgenbau weltweit sowie Unesco-Weltkulturerbe, befindet sich in Masuren.
