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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der feine Klang von rauchenden Knarren

09.11.2018

Rom Ennio Morricone winkt ab, wenn es um Fragen zu seinem Geburtstag geht. Seinen 90. an diesem Samstag will er im Familienkreis feiern. Aber er wird an großen Würdigungen nicht vorbeikommen. Denn ohne Morricone wären viele Filme schlicht seelenlos. Der italienische Komponist hat es nicht nur geschafft, Kojotengeheul, rauchende Colts und galoppierende Pferde für Western-Klassiker zu vertonen. Seine Musik ist nicht Begleitwerk des Films, sondern eine eigenständige Kunst. Wer sie hört, muss eigentlich gar nicht ins Kino gehen. Und wer sie hört, trägt einen Ohrwurm davon.

Denn die Bilder entstehen schon mit den ersten Tönen im Kopf: Clint Eastwood legt die Knarre an, schießt, reitet am Horizont entlang. Filme wie „Die glorreichen Halunken“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurden zur Legende. Morricone wird für immer mit den Italo-Western von Regisseur Sergio Leone in Verbindung bleiben. Die beiden waren zusammen in der Grundschule in Rom, verloren dann aber den Kontakt. Ein Glücksfall für die Filmgeschichte, dass sie sich in den 60er Jahren wieder trafen. „Wir waren in der Schule keine Freunde, aber wir sind es in diesem Moment geworden“, erzählt Morricone.

Ein Perfektionist ist Morricone, manche sagen ein Besessener. „An der Melodie arbeitet man. Oft habe ich geschrieben und dann habe ich eine Note geändert, weil mir genau diese Note unerträglich auf den Sack ging“, erzählte er. Über all der Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten habe er seine Frau vernachlässigt. „Es ist wirklich richtig schade, dass ich nicht mehr Zeit mit Maria verbracht habe.“ Viel mehr Zeit habe er Orchestern und Regisseuren geschenkt.

Es heißt, Morricone habe schon als Sechsjähriger zu komponieren begonnen. Sein Vater spielte Trompete, und so begann auch er mit der Trompete. Er schuf Werke für Kammermusik und Gesangsstücke für Chöre. Aber Soundtracks waren seine Passion. In seiner 60 Jahre währenden Karriere hat er für 450 Filme die Musik komponiert und mit den wichtigsten Regisseuren zusammengearbeitet. Von Brian De Palma („The Untouchables“) über Roman Polanski („Frantic“) und Barry Levinson („Bugsy“) bis hin zu Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“, „Die Legende des Ozeanpianisten“).

Er gewann Preise von Golden Globes über Baftas bis hin zum Grammy und Oscar. Er lebt in seiner Heimatstadt Rom. Der Maestro mit der markanten Brille wirkt noch sehr fit, engagiert.

Auch wenn er keine Filmmusik mehr komponiert: Er gibt noch Livekonzerte. Am 21. Januar steht ein Konzert in Berlin an.

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