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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Die Frau mit der feurigen Mähne

15.07.2019

Rom Feuerrot das Haar, rollendes R, glanzvolle Auftritte in glitzernden Roben. Wer über die italienische Schlager- und Chansonsängerin Milva spricht, gebraucht gerne Stereotype. Eine Diva sei sie – gefeiert und mit herausragendem Talent. Dazu der passende Name: „La Rossa“, die Rote. Doch Milva passt der Titel nicht. „Ich bin keine Diva. Im Zusammenhang mit Marilyn Monroe ist das Wort sicherlich angebracht, aber nicht bei mir“, sagte sie einmal. Und dennoch wird sie an diesem Mittwoch sicher wieder als solche gewürdigt. Dann wird Milva 80.

Wie ein Ohrwurm bleiben ihre Hits hängen. „Hurra, wir leben noch“, singt sie in ihrem wohl bekanntesten Song auf Deutsch. „Wie stark ist der Mensch? Wie viel Ängste, wie viel Druck kann er ertragen?“, geht es weiter. Es mag ein kleiner Verweis auf ihr eigenes Leben sein, das durchaus Tiefen hatte.

Maria Ilva Biolcati kam als Tochter einer Schneiderin und eines Fischers in dem kleinen Ort Goro an der Adriaküste zur Welt. „Ich wollte nie Sängerin werden, das war absolut nicht mein Traum“, sagte sie. „In Wirklichkeit bin ich in einem kleinen Dorf zur Welt gekommen, wo die Leute eher einfach waren. Ich wollte zeichnen, malen, nähen. Ich wollte Schneiderin werden, tolle Kleider nähen.“

Doch Milva musste früh mitanpacken und Geld für die Familie verdienen, als ihr Vater seinen Besitz verlor. Sie zog nach Bologna und nahm bei einem Gesangswettbewerb teil. „Es war eine Möglichkeit, an Geld zu kommen.“ Sie bekam eine Gesangs- und Schauspielausbildung.

Und mit der Karriere ging es bergauf. Sie nahm Dutzende Alben auf, sang auf Tourneen und auf Theaterbühnen. Fast 20 Mal trat sie bei Italiens bedeutendstem Schlagerfestival in Sanremo auf – allerdings gewann sie nie.

Sie schaffte den Sprung vom Schlagerstar zur anerkannten Interpretin von Bertolt Brecht. Am Mailänder Piccolo Teatro war sie unter der Regie von Giorgio Strehler die Seeräuberjenny in der „Dreigroschenoper“. Deutsch nannte sie einmal ihre zweite Muttersprache. Die Welt der Schlager ließ sie nie los.

Privat ging es nicht immer bergauf. Mit 21 Jahren heiratete sie den damals 44 Jahre alten Maurizio Corgnati. Ihre Tochter Martina kam zur Welt. Später habe sie bereut, dass sie „keine großartige Mutter“ gewesen sei.

Sie stürzte in eine tiefe Depression, hatte unglückliche Beziehungen, musste in Behandlung. Letztlich habe sie sich aber aus dem Tief gekämpft, erzählt sie.

Ihre Karriere erklärte sie zwar für beendet, gelegentliche Auftritte gibt es dennoch. Und der Ruhm der Frau mit der Feuermähne wirkt bis jetzt.

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