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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der letzte große Maestro des italienischen Kinos

27.11.2018

Rom Nicht nur im katholisch geprägten Italien war Bernardo Bertolucci lange vor allem wegen seines Skandal-Streifens „Der letzte Tango in Paris“ von 1972 berühmt und berüchtigt. Dabei hatten wegen eines Zensurverfahrens ursprünglich nur die wenigsten den Film mit seinen teils gewalttätigen Sexszenen zwischen dem alternden Marlon Brando und der damals 19-jährigen Maria Schneider gesehen. Als es ab 1987 unzensiert erneut in die Kinos kam, wurde das Frühwerk zum Massenerfolg.

Bertolucci galt bis zu seinem Tod am Montag im Alter von 77 Jahren als letzter Vertreter der Glanzzeit des italienischen Films, die er Anfang der sechziger Jahre als Regieassistent von Pier Paolo Pasolini und später als Drehbuch-Co-Autor für Sergio Leones „Spiel mit das Lied vom Tod“ miterlebte. Welterfolg errang sein Werk „Der letzte Kaiser“ mit Peter O’Toole über das Leben des letzten Kaisers von China. Auch sein Spätwerk, der mit aufwendiger Ästhetik inszenierte „Himmel über der Wüste“ und „Little Buddha“ gewannen ein Millionenpublikum.

In die Filmgeschichte ging der aus einer norditalienischen Künstlerfamilie stammende Bertolucci jedoch mit seinem als revolutionär geltenden Frühwerk ein. So diente der wegen der Gewalt gegen die Hauptdarstellerin umstrittene Sex in „Der letzte Tango in Paris“ als ein Mittel des Ausdrucks für Einsamkeit und existenziellen Schmerz.

Wie nah Genuss und Leid einander sind, zeigte Bertolucci wenig später in seinem Monumentalwerk „1900“ über die italienische Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anhand der Freundschaft eines Landarbeitersohns und eines Großgrundbesitzersohns breitet der Film ein breites Fresko über die Entstehung und den Verlauf des italienischen Faschismus aus zwei Perspektiven aus. Trotz des inneritalienischen Themas wurde das mit Stars wie Robert De Niro, Gérard Dépardieu, Burt Lancaster und Donald Sutherland ursprünglich fünfeinhalb Stunden dauernde Werk zum Kassenschlager.

Trotz seines Welterfolgs hielt der in Venedig mit einem Goldenen Löwen und in Cannes mit einer Goldenen Palem für sein Lebenswerk geehrte Dichtersohn stets kritischen Abstand zur italienischen Linken, die in ihm einen ihrer namhaftesten Künstler sah.

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