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NWZonline.de Nachrichten Kultur

68. Filmfestspiele In Cannes: Roter Teppich wird zur Tabuzone für Selfies

12.05.2015

Cannes Das Festival von Cannes ist zwar nicht das älteste der großen Filmfestivals - diese Ehre gebührt Venedig -, dafür aber wohl das elitärste. Als feierliche Zusammenkunft der besten Filmemacher und der schönsten Stars versteht man sich hier. Die breite Masse ist allenfalls als jubelnder Zaungast zugelassen. Allerdings ist es in den Zeiten von Social Media, Filmpiraterie und Smartphones immer schwerer, den Ruf des Exklusiven aufrecht zu erhalten. Nicht umsonst machte denn auch im Vorlauf in diesem Jahr die Meldung, das Festival wolle gegen die „Selfie“-Fotografie am Roten Teppich vorgehen, mehr Schlagzeilen als die Ankündigung, dass über denselben demnächst Stars wie Cate Blanchett, Michael Caine oder Woody Allen schreiten würden.

Das Problem, dass zu viele Stars mit ihren Fans ein Selfie aufnehmen und dadurch für Stau auf dem Roten Teppich sorgen, gehört zu der Sorte Schwierigkeit, von der andere Festivals regelrecht träumen. So war die Selfie-Verbotsankündigung auch ein Hinweis darauf, dass man in diesem Jahr kaum andere Probleme sieht: Einmal mehr besteht das Programm aus illustren Namen, die meist schon in früheren Jahren vertreten waren und auch schon die eine oder andere Palme gewonnen haben.

Viele Hollywoodstars

Zwar ist das amerikanische Kino in diesem Jahr lediglich mit zwei Regisseuren im Wettbewerb vertreten - den Independentfilm-Ikonen Todd Haynes und Gus Van Sant -, dafür sind zahlreiche Hollywoodstars in Produktionen aus anderen Ländern zu sehen: Jane Fonda und Harvey Keitel spielen beim Italiener Paolo Sorrentino, John Turturro bei dessen Landsmann Nanni Moretti, Tim Roth tritt in einem mexikanischen Film auf, Gabriel Byrne und Jesse Eisenberg in einem norwegischen, Colin Farrell und Rachel Weisz spielen im neuen Werk des Griechen Yorgos Lanthimos.

Auch thematisch scheint man breit genug und doch mit Blick auf Aktuelles aufgestellt: Vom Holocaust-Drama bis zur Arbeitsplatzparabel, von der Liebesgeschichte bis zur Science-Fiction-Parabel, vom Martial-Arts-Epos bis zur Shakespeare-Adaption ist alles dabei. Mit elf von 19 Beiträgen liegt diesmal der Schwerpunkt zwar ganz auf dem europäischen Arthouse-Kino, doch sind mit dem Taiwanesen Hou Hsiao-hsien, dem Japaner Horokazu Kore-eda und dem Chinesen Jia Zhang-ke die Schwergewichte der asiatischen Kinokunst eingeladen. Selbst an der Emanzipationsfront steht Cannes in diesem Jahr nicht ganz so schlecht da wie sonst: der Film einer Frau, der französischen Schauspielerin Emmanuelle Bercot, wird außer Konkurrenz am Mittwoch das Festival eröffnen. Mit den Französinnen Maiwenn und Valérie Donzelli sind immerhin zwei Regisseurinnen im Wettbewerb vertreten. Die internationale Jury wird in diesem Jahr von einer Doppelspitze geführt, den amerikanischen Regiebrüdern Joel und Ethan Coen. Doch nicht alle Show ist dem Wettbewerb vorbehalten: Zu den heiß erwarteten Werken gehören zwar auch Wettbewerbsbeiträge wie Todd Haynes“ neuer Film „Carol“, in dem Cate Blanchett und Rooney Mara eine Affäre haben, und die „Macbeth“-Verfilmung des Australiers Justin Kurzel mit Michael Fassbender und Marion Cotillard in den Hauptrollen. Mit großer Spannung aber wird einigen Werken im Beiprogramm des Festivals entgegengefiebert. So feiert Frank Millers Neuauflage des Postapokalypsen-Epos „Mad-Max“ hier seine Weltpremiere, genauso wie Woody Allens neuer Film „Irrational Man“, in dem Joaquin Phoenix und Emma Stone mitspielen.

Pornografische Filmplakate

Viel Aufmerksamkeit konnte auch bereits der argentinische Skandal-Regisseur Gaspar Noé („Irréversible“) auf seinen Film „Love“ lenken, weniger durch die Ankündigung, er zeige darin die Liebe „ganz naturalistisch“ als vielmehr durch ans Pornografische grenzende Filmplakate. Außerdem wird „Star-Wars“-Star Natalie Portman ihr Regiedebüt vorstellen, die Verfilmung eines Romans von Amos Oz, „A Tale of Love And Darkness“, in dem es um die Gründungsjahre des Staates Israel geht.

In guter alter Festivaltradition läuft auch ein Dokumentarfilm, von dem sich ein Teil der Betroffenen schon vor der Premiere distanziert hat. In diesem Fall die Familie von Amy Winehouse, um deren Leben und Sterben (2011 im Alter von nur 27 Jahren) es in „Amy“ geht. Regie führte der Brite Asif Kapadia, der mit seiner Dokumentation „Senna“ 2011 dem brasilianischen Rennfahrer ein bemerkenswertes Denkmal setzte. Mit der Verleihung der Goldenen Palme werden die 68. Filmfestspiele von Cannes am 24. Mai zu Ende gehen.

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