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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Rückkehr einer rätselhaften Schönen

13.08.2011

ROM Ungerührt blickt Mona Lisa mit ihrem rätselhaften Lächeln an den Besuchern vorbei. Vor ihrem Panzerschrank mit kugelsicherem Glas im Pariser Louvre stehen sie Schlange, um zumindest einen kurzen Blick auf das berühmte Renaissance-Gemälde zu erhaschen. Vor 100 Jahren noch war der Rahmen nur mit einem Schutzglas versehen. Leichtes Spiel für den Räuber der Mona Lisa: In der Nacht auf den 21. August 1911 stahl der 31-jährige norditalienische Anstreicher Vincenzo Peruggia das Gemälde in einer spektakulären Aktion.

Nach der Rekonstruktion des Strafprozesses drang Peruggia, der zuvor als Dekorateur im Louvre gearbeitet hatte, über ein Baugerüst in den Palast ein und löste das Gemälde aus dem Rahmen. Unter seiner Jacke versteckt schleuste er es in sein Zimmer und ging am nächsten Morgen zur Arbeit, als sei nichts gewesen.

Fieberhaft begann die Suche nach dem Täter. Der Raub war ein ungeheurer Skandal für den Louvre. Die Ermittlungen führten sogar zu diplomatischen Spannungen. Frankreich vermutete den damaligen Feind Deutschland hinter der Tat, während sich in Berlin die Überzeugung breit machte, die französische Regierung kenne das Versteck des Gemäldes von Leonardo da Vinci (1452–1519).

Koffer mit doppeltem Boden

Namhafte Persönlichkeiten wie der Dichter Guillaume Apollinaire und der Künstler Pablo Picasso landeten auf der Liste der Verdächtigen. Erst zwei Jahre nach dem Raub tauchte die Mona Lisa in Florenz wieder auf, als Peruggia sie an die Uffizien verkaufen wollte, die Gemäldegalerie der Stadt. Er hatte das Bild für 500 000 Lire einem Antiquitätenhändler angeboten. Florenz war auch die Geburtsstadt von Leonardos mutmaßlichem Modell für das Gemälde, Lisa Gherardini Del Giocondo, der Gattin eines Florentiner Seidenhändlers.

Beim vereinbarten Treffen zur Übergabe der Summe mit dem damaligen Direktor der Uffizien wartete jedoch die Polizei auf Vincenzo Peruggia.

„Ich habe den Raub aus patriotischen Motiven begangen“, gab der junge Mann während des Prozesses an. „Ich wollte einen Teil der von Napoleon geplünderten Werke an Italien zurückgeben.“ Dabei hatte Leonardo da Vinci das Gemälde kurz vor seinem Tod an den französischen König Franz I. verkauft, der es im Schloss von Amboise aufbewahrte. Peruggia hatte das Bild zunächst in ein Loch am Ofen seiner Behausung in Paris gesteckt und später im doppelten Boden eines Holzkoffers verborgen. Für den Raub wurde er zu einem Jahr und zwei Wochen Haft verurteilt.

2013 in Italien?

Die Rückkehr des Gemäldes nach Paris gestalteten die Behörden wie einen Triumphzug. Zunächst wurde die Mona Lisa in Florenz und Rom ausgestellt, dann trat sie mit einem eigenen Waggon die Reise nach Frankreich an. Bereits an der Grenze in den Savoyer Alpen wurde das Bildnis wie ein hoher Staatsgast mit allen Ehren empfangen.

Anlässlich des 100. Jahrestags der Rückgabe möchte Italien das Gemälde gern 2013 in den Uffizien ausstellen. Das bislang letzte Mal verließ die Florentinerin den Louvre 1974 für eine Tournee nach Tokio und Moskau.

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