RUHWARDEN - Der Ruhwarder Arbeitskreis Kunst fürs Dorf Dörfer für Kunst sowie der Berliner Künstler Fritz Balthaus haben sich im gegenseitigen Einvernehmen auf eine vorzeitige Beendigung ihrer Zusammenarbeit verständigt. Nun soll es einen Neuanfang in Ruhwarden mit einer Künstlergemeinschaft aus Brandenburg geben, den auch die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft unterstützt.
Ruhwarden ist eines von fünf niedersächsischen Dörfern, das an dem Projekt Kunst fürs Dorf Dörfer für Kunst der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft in 2011 teilnimmt. Das Projekt verfolgt das Ziel, Künstler zu veranlassen, Kunst im ländlichen Raum vor Ort in engem Dialog mit den Einwohnern des Dorfes entstehen zu lassen.
Mit großem Interesse, freudiger Erwartung und offenen Türen habe Ruhwarden am 8. April Fritz Balthaus (58) willkommen geheißen. In den Folgemonaten hatte der Künstler Gelegenheit, das Dorfleben und die Umgebung kennen zu lernen, Eindrücke zu sammeln und diese zu diskutieren, berichtete Lucie Meyer-Mönnich, die in Vertretung des in Urlaub weilenden Bürgermeister Rolf Blumenberg derzeit den Arbeitskreis leitet.
Am 17. Juni präsentierte Balthaus dem zwölfköpfigen Arbeitskreis erstmals seine Ideen. Vorgeschlagen wurde von ihm ein aus drei Elementen bestehendes Projekt, mit dem insbesondere das Wirken des Künstlers im öffentlichen Raum seinen Ausdruck finden sollte. Es kam aber schnell die Vermutung auf, dass es nicht realisierbar sein werde. Eine Nachfrage bei der Denkmalschutzbehörde bestätigte das, so Lucie Meyer-Mönnich.
Die überraschende Idee des Künstlers war es, die Oberfläche einer im Osten des Dorfes gelegenen Wurt zu einem öffentlichen Forum umzugestalten. Ein alternativer Standort zur Verwirklichung der Idee biete sich im Dorf nicht an.
Nunmehr war der Künstler aufgefordert, dieses nicht realisierbare Projekt durch ein anderes zu ersetzen oder eine gänzlich neue Idee zur Diskussion zu stellen. Dies ist leider nicht geschehen. Stattdessen erklärte Fritz Balthaus seinen Rücktritt vom Vertrag.
Der neue Kurator der Stiftung, Thomas J. Hauck, hat jetzt anlässlich seines Besuches in Ruhwarden die Fortsetzung des Stiftung-Projekts mit anderen Künstlern angeboten. Dieser besonderen Herausforderung will sich eine Künstlergemeinschaft aus Brandenburg annehmen, die beim Auftaktforum in Hannover am 17. Januar von den Ruhwarden auf den zweiten Platz gewählt worden ist, teilte Dr. Stephan A. Lütgert, Geschäftsführer der Stiftung, mit.
In Ruhwarden freut man sich über das Angebot sowie auf die so ermöglichte Arbeit mit neuem Künstler und die Fortsetzung des Stiftungs-Projekts.
