RUHWARDEN - Mit Fritz Balthaus aus Berlin wird ab März für ein halbes Jahr lang ein Künstler von internationalem Format den Schwerpunkt seines Schaffens nach Ruhwarden verlegen. Diese Entscheidung fiel am Montagabend im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover.
In der Auftaktveranstaltung des Projektes „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ stellten sich zehn Künstler den Vertretern von fünf auserwählten niedersächsischen Dörfern vor. Das Votum für den 58-jährigen Balthaus trafen für Butjadingen Bürgermeister Rolf Blumenberg, der Vorsitzende des Bürgervereins Ruhwarden, Wolfgang Lingler, Künstlerin Bärbel Deharde aus Düke und Lutz Timmermann, der für die Pressearbeit in den Beirat berufen wurde.
Balthaus ist durch Skulpturen und Installationen im öffentlichen Raum im Kontext Raum, Architektur, Stadt bekannt geworden. Er gehe unvoreingenommen an seine Aufgabe heran, sicherte der Künstler den Vertretern aus Butjadingen zu. Deshalb werde er sich bald vor Ort einen Eindruck verschaffen, um dann interaktiv mit den Bürgern etwas zu entwickeln.
Das ist auch der gedankliche Ansatz der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, Berlin, die diesen Wettbewerb nach 2009 in Mecklenburg-Vorpommern nun zum zweiten Mal ausgeschrieben hat und jedes Kunstprojekt mit 20 000 Euro unterstützt.
Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, das die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, gab den Künstlern mit auf den Weg, sich mit den Menschen in den Dörfern einzulassen. „Sie werden merken, dass die Menschen in den Dörfern anders unterwegs sind als in der Stadt. Wenn Sie deren Herzen gewinnen, werden Sie ein Stück Heimat mitgestalten“.
In seinen Kindertagen hat Fritz Balthaus häufiger eine Tante in Sande besucht, Butjadingen ist ihm aber noch unbekannt. Das soll sich mit Hilfe des 600-seitigen Butjadingen-Buches von Adolf Blumenberg schnell ändern. Gehört hat er am Montag aber schon die Butjenter Nationalhymne, die Rolf Blumenberg eindrucksvoll intonierte. Für seinen überraschenden Gesangsbeitrag erhielt der Bürgermeister viel Anerkennung .
Zur Einstimmung auf die landwirtschaftlich geprägte Region erhielt Balthaus einen Melkschemel. Sinnigerweise entstand dann auch das Gruppenbild mit Staatssekretär vor Kuhplastiken im Landwirtschaftsministerium. Balthaus nahms mit Humor und fuhr heim nach Berlin mit der Gewissheit, dass seiner eindrucksvollen Vita bald der Eintrag „03/2011 bis 09/2011 Kunst im Dorf Ruhwarden“ hinzugefügt werden kann.
