Hatten - Fehlende Beschilderungen, immer schmaler werdende Reitwege, tief hängende Äste, Wurzeln als Fußangeln für Pferde und Begleiter – viele Freizeitreiter, die in den Sandkruger Wäldern unterwegs sind, ärgern sich über den ihrer Meinung nach immer schlechteren Zustand der öffentlich ausgewiesenen Reitwege. So wie Olaf Zeuschner, Förster aus Berlin, der seit Jahren regelmäßig in Sandkrug Urlaub macht und dann mit seiner Tochter auf Pferden des Ponyhofs Meiners in Sandkrug ausreitet. Er hat sich in einem Brief an die Gemeinde und die NWZ  gewandt und beklagt die immer schlechter werdenden Wege. Auch andere Betreiber von Reithöfen hören ähnliche Klagen. Yves Onken vom Hof Hesta Kikky findet das Angebot an Reitwegen an sich zwar hervorragend, klagt aber ebenfalls über eine mangelhafte Beschilderung. Viele Reiter wüssten nicht genau, wo sie reiten dürften und wo nicht.

Ein Großteil der Reitwege im Gemeindegebiet liegt in der Verantwortung der Niedersächsischen Landesforsten. Deren Pressesprecher Rainer Städing traf sich am Freitag mit Jürgen, Marina und Jessica Meiners am Oldenburger Weg, um dort einige Stellen zu inspizieren, die die Reiter als besonders schlecht empfinden. Er erläuterte, dass im Sandkruger Revier 18 Kilometer Weg als Reitwege ausgewiesen sind, in deren Unterhaltung zwischen 3000 und 6000 Euro pro Jahr fließen.

Beim Ortsbesuch stellte sich heraus, dass sich die Vorstellungen von einem geeigneten Reitweg zwischen Forstmann und Reiterhof-Besitzer durchaus unterscheiden – Städing erkannte allerdings an, dass die Beschilderung der ausgewiesenen Reitwege an mehreren Stellen erneuert werden muss.

Es bestünde durchaus auch die Möglichkeit, so Städing, dass die Pferdehof-Betreiber sich selbst um die Unterhaltung von Reitwegen kümmerten, dass müsse allerdings vertraglich festgehalten werden. auch die Verkehrssicherungspflicht gehe dann auf die Betreiber über. Jürgen Meiners hatte zuvor bereits erklärt, er sei gerne bereit, an der Pflege der Wege mitzuwirken.

Die Gemeinde, an die sich der Feriengast aus Berlin gewandt hatte, erkennt das Problem ebenfalls an. Das Thema sei in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund gerückt, sagte Bürgermeisterin Elke Szepanski auf Nachfrage der NWZ . Sie hält es für sinnvoll, in absehbarer Zeit einen runden Tisch zu dem Thema einzurichten, an dem alle Beteiligten gemeinsam klären könnten, welche Wünsche von Seiten der Reiter da sein, und wer welche Möglichkeiten habe, die Situation zu verbessern.