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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Filmkritik „the Transporter Refueled“: Runderneuert

04.09.2015

London Ein Mann, ein Auto, coole Sprüche und schöne Frauen in knappen Kleidern, die Hilfe brauchen gegen fiese Kerle. Was braucht es mehr für einen Actionfilm? Auch der vierte Teil der „Transporter“-Reihe setzt auf das bewährte Rezept und rührt noch ein eine Handvoll amüsanter Vater-Sohn-Szenen und ein paar moralische Zwickmühlen unter.

Natürlich geht es in „The Transporter Refueled“ wieder um Frank, den coolsten, pünktlichsten, bestangezogenen und britischsten Transportfahrer der französischen Unterwelt. Nur dass diesmal nicht Jason Statham diesen Frank spielt, sondern Ed Skrein. Mit 32 Jahren ist der bislang eher unbekannte Skrein ganze 16 Jahre jünger als das Original und hat deutlich mehr Haare, die er raspelkurz abrasieren kann. Regisseur Camille Delamarre, der bei „Transporter 3“ noch den Filmschnitt verantwortet hat, wollte die Besetzung bewusst verjüngen.

„Ich hatte keine Hemmungen, die Rolle zu übernehmen, es hat sich von Anfang an ganz natürlich angefühlt“, sagt der neue Transporter-Darsteller, der selbst schon in kriminelle Machenschaften verwickelt war und als Teenager niedergestochen wurde. „Ich hab mich intensiv vorbereitet, aber ich hab keinen Druck gefühlt. Es war eine Rolle, die zu mir gepasst hat.“

Frank hat diesmal seinen Vater (Ray Stevenson) an der Backe. Der geht in den Ruhestand, nachdem er jahrzehntelang an den brenzligsten Brennpunkten der Welt angeblich Wasser ausgeliefert, in Wirklichkeit aber irgendetwas anderes gemacht hat.

Kaum ist dieser Vater an der sonnigen französischen Riviera, lässt er sich von einer ausgesprochen schönen Frau entführen. Die arbeitet mit Anna zusammen, einer ehemaligen Zwangsprostituierten, die mit ihren drei Verbündeten einen ziemlich ausgeklügelten Rachefeldzug gegen ihre Peiniger führt. Für ihre Revanche brauchen die Frauen Frank, der sie von Überfall zu Überfall kutschieren soll - und den sie wegen des entführten Vaters auch schnell hilfsbereit stimmen.

Wer die ersten drei „Transporter“-Filme (2002-2008) mochte, wird vermutlich François Berléand als Inspector Tarconi vermissen, aber nichts Grundsätzliches gegen die Fortsetzung einzuwenden haben. Frank klopft die bereits erwähnten coolen Sprüche und versucht wie immer eher vergeblich, seine strengen Regeln durchzusetzen.

Skrein, den „Game of Thrones“-Fans als Daario Naharis kennen, macht seine Sache gut. Sein Vater sorgt als humoriger Sidekick für den ein oder anderen Lacher. Und tatsächlich wartet das Drehbuch mit ein paar nicht ganz absehbaren Wendungen auf.

Wer kein „Transporter“-Fan ist, aber gute Actionfilme mag, kann sich diesen allerdings sparen. Dafür wirkt er dann doch zu sehr wie ein 96 Minuten langer Auto-Werbespot. Ihre tragischen Geschichten verleihen den Frauen zwar eine gewisse Tiefe, und sie sind wehrhafter als sonst oft üblich, aber dass die Damen auch in der Freizeit auf Highheels und in superkurzen Kleidchen herumrennen, entlarvt doch ihre Rolle als hübsche Dekoration.

Die Kampfszenen sind teils nett anzuschauen und gut choreographiert - aber leider mit Soundeffekten unterlegt, die an die guten alten Prügelkomödien mit Bud Spencer und Terence Hill erinnern und beim besten Willen nicht zur sonst gewollt lässigen Inszenierung passen.

Ab dem 3. September in den deutschen Kinos.

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