Westerstede - Beherzt greift Nick Schedemann zur Säge. Er muss noch gleichlange, einzelne Bretter für seine Bank zusägen. Er versucht die Hölzer mit der Heißklebepistole zu fixieren, doch es hält nicht so richtig. „Dann muss ich es wohl nochmal kleben“, sagt er und macht sich wieder ans Werk, um „Fred, die Anlehnbank – Mit Sicherheit zum Chillen“, fertig zu stellen.
Der Elfjährige hat gemeinsam mit elf anderen Sechstklässlern an einem Workshop über Möbeldesign teilgenommen. Die Schülerinnen und Schüler der Robert-Dannemann-Schule Westerstede haben am letzten Tag vor den Ferien eigene Sitzmöbel kreiert. Dabei hatten sie professionelle Hilfe von Designer Ole Martens. Er hat sich in Abstimmung mit Lehrerin Saskia Müller die Inhalte überlegt. Der Oldenburger Möbeldesigner war sichtlich begeistert von der Kreativität der Oberstufenschüler: „Es ist sehr inspirierend zu sehen, wie sie mit dem Material umgehen“.
Der Workshop bildete eine Ergänzung zum Wahlpflichtkurs „Raumgestalten“, den die Schüler belegt haben. Saskia Müller hatte das Projekt beim Rat für Formgebung beantragt. „Das Institut hat die Kosten für den Kurs und das Material komplett übernommen, so dass er für die Schüler kostenlos angeboten werden konnte“, freut sich die engagierte Lehrkraft. Während des ganzen Vormittages stand sie ihren Schützlingen tatkräftig zur Seite.
In einem ersten Schritt haben die Workshopteilnehmer die Möglichkeiten eines Stuhles ausgelotet und ihn in einen Rutschsessel oder einen Kippelhocker verwandelt. Daraus zogen sie die Inspiration für eigene Kreationen, die zuerst zeichnerisch festgehalten wurden, bevor es an den Bau ihrer Werke ging.
Aus Holzleisten, Watte und Filz zauberte Luca Finn Dierks eine gepolsterte Bank. Svenja Neumann aus Ocholt hat sich für einen Schaukelstuhl entschieden. Die Wipphölzer verziert die Zwölfjährige mit einer gezeichneten Zierleiste, die Sitzfläche polstert sie mit Watte. Ebenso gemütlich sollen auch die Stühle von Jennifer Haalbohm werden, obwohl sie für draußen gedacht sind. Mit Eifer sägte und klebte sie die einzelnen Teile zusammen. „Das macht Spaß“, sagt sie und spricht damit auch für die anderen.
