Varel - Vielleicht hat die Flüchtlingskrise das Bewusstsein der Bürger für die Not in der Welt geschärft. Bei den Ehrenamtlichen der Tukul-Hilfe ist es schon jetzt stark ausgeprägt. Sie engagieren sich seit Jahren für Waisenkinder und Bedürftige in Äthiopien, geben Kindern ein Heim und vermitteln Mikrokredite. Seit Freitagabend hat die Tukul-Hilfe nun auch ein eigenes Lied. Die Sängerin Beatrix Mosqueda-Steinhoff hat es auf dem Benefizkonzert in der alten katholischen Kirche vorgetragen, wo die Sopranistin, der Pianist Helmut Reiss sowie der Gitarrist Manuel Bunger es vortrugen: „See the Children love and play“ ist der Titel des eingängigen Liedes, komponiert von Torben Beerboom (Text: Richetta Manager).
Sängerin Beatrix Mosqueda-Steinhoff war in einem früheren Leben Flugbegleiterin bei der Lufthansa, der Pianist Helmut Reiss Pilot bei der Lufthansa. Mit Anekdoten aus ihrer Lufthansa-Zeit garnierten sie das dreiteilige Konzert, das einen klassischen Teil mit Klavier-Soli und Liedvorträgen, einen „spanischen“ Teil mit Gitarren-Soli (Manuel Bunger) und spanischen Liedern sowie einem Pop-Anteil mit Musical-Melodien hatte. Das Crossover in der alten Kirche gefiel dem Publikum, das reichlich für Tukul spendete. Dazu trug auch der Bericht von Beatrix Mosqueda-Steinhoff bei, die sich von den Fortschritten des Hilfsprojekts in Äthiopien regelmäßig vor Ort überzeugt. Die Empathie, mit der sie das Leben der Armen schilderte, wirkte auf die Zuhörer, und auch der Umstand, wie sie die Würde der Menschen achtet, die in ärmlichen Verhältnissen leben müssen.
Der frühere Lufthansa-Pilot Reiss hat übrigens die damalige Flugbegleiterin Mosqueda-Steinhoff erst auf das Projekt in Äthiopien aufmerksam gemacht. Als Klavierbegleiter und Solist (mit Stücken von Liszt und Schubert) unterstützte er seine frühere Kollegin nun bei der Spendenaktion. Höhepunkte des Konzerts waren die Rosenarie der Susanna aus der Oper „Hochzeit des Figaro“, eine Interpretation von „Verde, que te quiero verde“ (Manuel Bunger, Gitarre, Beatrix Mosqueda-Steinhoff, Gesang) und der Musical-Teil (wieder mit Helmut Reiss): „Fly me to the Moon“.
Tukul bedeutet übringens Rundhütte, das traditionelle Heim. In Anspielung darauf entstand der Name für den Verein, der Kindern ein Zuhause geben möchte.
