Edewecht - Das Kaminzimmer im Evangelischen Gemeindehaus „Haus der offenen Tür“ in Edewecht war am Sonnabendvormittag bis auf den sprichwörtlichen letzten Platz gefüllt. 25 Frauen und Männer hatten sich eingefunden, um das erstmals angebotene „Literaturcafé“ zu besuchen.

Bei Kaffee, Tee und Stutengebäck lauschten die Erwachsenen den Ausführungen von Eberhard Geier, der zum Thema „Sagen und Legenden aus dem Oldenburger Land“ Kurzgeschichten vortrug, die vom alltäglichen Leben, aber auch von Krieg und sogar vom Spuk handelten. Ob alle überlieferten Geschichten tatsächlich so stattfanden wie vorgelesen oder ob das eine oder andere im Laufe der Jahrhunderte dazu gedichtet wurde, konnten weder der Vortragende noch die Zuschauer beantworten.

Erzählungen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als marodierende Söldnerbanden auch das Gebiet um Jeddeloh heimsuchten, gehörten ebenso dazu wie die Legende um die Entstehung des Zwischenahner Meeres (das flächenmäßig genauso groß sein soll wie der Wildenloh, so ein Besucher). Die Entstehung der Howieker Wassermühle oder auch Spukgeschichten, die sich im Bereich des Oldenburger Landes zugetragen haben sollen, gehörten ebenso dazu.

Beim ersten „Literaturcafé“, das vom Arbeitskreis „Bücherkeller Edewecht“ initiiert worden war, stand der Dialog im Mittelpunkt. Die Zuhörer brachten sich mit eigenen Erfahrungen und Kenntnissen ein, um einige Legenden auch erklärbar zu machen.

Gab es vor mehr als 150 Jahren an der Vehne solch große Blütenblätter, dass sich ein Mann darunter verstecken konnte? Und waren die damaligen Bauernhöfe und Häuser unterkellert, so dass darin Gewehre verschlossen werden konnten? Diese und andere Begebenheiten riefen bei den Anwesenden doch einige Kommentare hervor.

Die Idee zum „Literaturcafé“ hatte Eberhard Geier, der diese Veranstaltungsart bereits in Sande kennengelernt hatte. Er schlug dem „Bücherkeller“ diesen Versuch vor, der sich bereits bei seiner Premiere als äußerst gelungen präsentierte.

Dieses Angebot, das sich in erster Linie an Erwachsene richtete, könnte nach Ansicht von Christine Wilke, ebenfalls Mitglied im „Bücherkeller“, gern zu einer festen Veranstaltungsreihe werden, „vielleicht zwei Mal im Jahr. Erst müssen wir uns aber im Arbeitskreis zusammensetzen und diesen Vormittag auswerten. Und wir müssen aus dem Arbeitskreis heraus Leute gewinnen, die sich hier auch als Vortragende einbringen würden.“