Nordenham - Der Kostendruck steigt, gleichzeitig sinken die Besucherzahlen. Das sind nicht die besten Startvoraussetzungen für die neue Schauspielsaison in Nordenham. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Dauerkarten rückläufig ist und nicht wenige Abo-Inhaber aus Altersgründen ihren Stammplatz in der Friedeburg räumen. Der Theaterbeirat der Stadt Nordenham hofft, dass sich möglichst viele neue Kulturfreunde begeistern lassen, um diese Verluste ausgleichen zu können. Dabei setzt das Auswahlgremium unter dem Vorsitz von Ute Krüger auf ein hochklassiges Programm, das in der Saison 2017/18 einen Mix aus Oper, Drama, Tragödie und Rock-Musical bietet.
Dass der Sparzwang der klammen Stadt Nordenham am Kulturbereich nicht spurlos vorbeizieht, bekommen die Theatergänger in der nächsten Spielzeit doppelt zu spüren. Zum einen verringert sich die Zahl der Stücke von acht auf sechs, zum anderen steigen die Eintrittspreise.
Die Preiserhöhungen in den verschiedenen Staffelungen fallen allerdings moderat aus. Zum Beispiel kostet ein Komplett-Abo in der Kategorie 1, das bisher für 134 Euro zu haben war, jetzt 138 Euro. Wer nur vier Veranstaltungen besuchen will, muss in der Kategorie 1 künftig 100 Euro bezahlen, statt 97 Euro. Bei den Einzeltickets beläuft sich der Zuschlag in der ersten Kategorie (27 Euro) auf lediglich einen Euro. Die Jugendkarten in dieser Sitzplatzgruppe (13,50 Euro) werden 50 Cent teurer, ebenso die Schülertickets (8 Euro) bei Theaterbesuchen im Klassenverbund.
Der Erwerb eines Abonnements lohnt sich aber nach wie vor. „Der Preisvorteil beträgt etwa 18 Prozent“, rechnet Astrid Ripkens vom Verein Nordenham Marketing & Touristik (NMT) vor, der in seiner Geschäftsstelle am Marktplatz den Ticketverkauf abwickelt. Sie betrachtet den rückläufigen Trend bei den Abo-Zahlen, die sich in der vorigen Saison von 196 auf 173 verringert haben, nicht ohne Sorge. Neben den demografischen Gründen hat Astrid Ripkens dafür die unterschiedlichen Geschmäcker als Ursache erkannt. Die einen lieben anspruchsvolle Tragödienklassiker, die anderen stehen auf lockere Boulevardunterhaltung. „Man kann es eben nicht allen recht machen“, weiß die NMT-Mitarbeiterin.
Dass humorvolle Stücke mehr Publikum anlocken als die ernsten Schauspiele, zeigt die Statistik des Stadthallenmanagers Helmut Dietrich. Nach seinen Angaben ist die Komödie „Die Feuerzangenbowle“ mit 253 Gästen in der zurückliegenden Saison die am besten besuchte Veranstaltung gewesen. 2015/16 war „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mit 342 Besuchern die Nummer eins in der Publikumsgunst. Die Gesamtzahl der Theaterbesucher ist in der Saison 2016/17 von 1758 auf 1425 gesunken. In diesen beiden Spielzeiten standen jeweils acht Vorstellungen auf dem Programm.
Friedeburg-Chef Helmut Dietrich bedauert es, dass Schulen die Theaterangebote in der Stadthalle kaum wahrnehmen. Bei der Zusammenstellung des Spielplans berücksichtigt der Theaterbeirat die Interessen der Schulen und hat zum Beispiel diesmal Lessings Drama „Nathan der Weise“ dabei, das 2019 ein Abitur-Thema ist.
Hier der Theaterspielplan 2017/18 in der Übersicht: Dienstag, 31. Oktober: „Die Entführung aus dem Serail“, Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, Theaterfahrt zum Oldenburgischen Staatstheater, Abfahrt um 17 UhrMittwoch, 29. November, 19.30 Uhr, Friedeburg: „Nathan der Weise“, Drama von Gotthold Ephraim Lessing, Landesbühne Niedersachsen Nord Sonnabend, 9. Dezember: „Jesus Christ Superstar“, Rock-Musical von Andrew Lloyd Webber, Theaterfahrt zum Oldenburgischen Staatstheater, Abfahrt um 17 UhrSonntag, 14. Januar, 19.30 Uhr, Friedeburg: „Die Reifeprüfung“, nach einem Roman von Charles Webb, Burghofbühne DinslakenMittwoch, 7. März, 19.30 Uhr, Friedeburg: „Dr. Faustus“, Tragödie von Christopher Marlowe mit Musik von William Shakespeare, Bremer Shakespeare CompanyMittwoch, 25. April, 19.30 Uhr, Friedeburg: „Amadeus“, Drama von Peter Shaffer, Landesbühne Niedersachsen Nord
