Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Bilanz Ist das Salzburger Experiment geglückt?

Georg Etscheit

Salzburg - „Nun ist Geselligkeit am End“, heißt es im „Jedermann“, als der Tod den „reichen Mann“ beim Festbankett ereilt. In Zeiten der Pandemie wurden diese Worte in makabrer Weise aktuell und hätten um ein Haar auch die einhundertste Saison der Salzburger Festspiele vereitelt. Doch das weltgrößte Musik- und Theaterfestival konnte stattfinden, wenn auch stark zusammengestutzt und unter strengen Hygienevorgaben.

Unter Beobachtung

Bis kurz vor Ende der modifizierten Jubiläumsfestspiele am Sonntag – wegen der mehrtägigen Inkubationszeit sollte man vor einer abschließenden Bilanz ehrlicherweise noch ein paar Tage dazuzählen – gab es keinen Corona-Ausbruch in Salzburg. Mit ein wenig Vorsicht kann man das riesige Feldexperiment als bemerkenswerten Erfolg betrachten, der von Kulturinstitutionen in aller Welt aufmerksam beobachtet wird.

„Kultur ist systemrelevant“ – diesen Satz hämmerte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler immer wieder den Politikern ein, zuletzt bei der Festaufführung des Festspiel-Dauerbrenners „Jedermann“. Hier saßen die Bundespräsidenten von Deutschland und Österreich, Frank-Walter Steinmeier und Alexander Van der Bellen, im Publikum.

Wenn nach der Sommerpause auch in Deutschland die Theater wieder öffnen, können Intendanten und Konzertmanager möglicherweise auf das Salzburger Experiment verweisen und die Frage stellen, warum beispielsweise in der Bayerischen Staatsoper in München weiterhin nur 200 Karten verkauft werden dürfen, während im Großen Festspielhaus mit seinen 2400 Plätzen schon bis zu 1000 Gäste die Ränge bevölkerten.

Natürlich huldigte man in Salzburg nicht nur der eigenen Geschichte, sondern auch dem infolge der Pandemie arg gerupften Beethovenjahr. Zum 250. Geburtstag des Meisters gab Maestro Riccardo Muti mit den Wiener Philharmonikern eine konservativ musizierte „Neunte“ mit ihrer „Ode an die Freude“, während der noch recht junge Pianist Igor Levit mit viel Körpereinsatz den Mount Everest sämtlicher Beethovenscher Klaviersonaten erstürmte.

Programm ohne Pausen

Weil in dieser Festspielsaison wegen des Infektionsschutzes nur Programme ohne Pause geboten wurden, fiel das sonst übliche „Sehen und gesehen werden“ diesmal unspektakulär aus. Nur der Prominentenauflauf bei der Festaufführung des „Jedermann“ und Anna Netrebkos Galakonzert erinnerten an die Zeiten vor der „neuen Normalität“. In der Saison 2021 sollen all jene Werke präsentiert werden, die in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fielen. Ob es auch eine Neuauflage der begehrten Festspielmasken geben wird, muss sich zeigen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden