• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Einstiger Filmstar bleibt ein Rätsel

25.05.2019

Salzburg Helmut Berger ist kein einfacher Mensch. Das sagt der Schauspieler über sich selbst – und in einer neuen Doku liefert er auch den Beweis. Er zeigt in dem Film viel Humor, viel Selbstkritik, aber auch diese etwas unberechenbare, abgehobene, streitbare Seite, die sich in der öffentlichen Darstellung über ihn in den vergangenen Jahren durchgesetzt hat.

Berger war in den 1960er und 1970er Jahren ein europäischer Star, genoss Ruhm und Partys, stürzte aber nicht zuletzt durch Alkoholeskapaden gewaltig ab und landete im RTL-Dschungelcamp. Am Mittwoch, 29. Mai, wird er 75 Jahre alt, und der Ruf des abgestürzten Künstlers hält sich beharrlich.

Bettina Vorndamme wollte genau daran arbeiten. Im Internet sah sie die Skandalauftritte des Österreichers und war überzeugt: Dem einstigen Star muss geholfen werden. Sie nahm Kontakt zu Berger auf, lud ihn zu sich aufs Land nach Niedersachsen ein und unterstützte ihn, wo sie konnte. Die Tochter, Filmemacherin Valesca Peters, machte daraus eine Dokumentation („Helmut Berger, meine Mutter und ich“). Der Schauspieler gibt in dem kürzlich erschienenen Film viel über sich preis – Gutes wie Schlechtes.

Bekannt wurde Berger mit seinen Rollen in „Die Verdammten“ (1969) und „Ludwig II.“ (1972), für Ersteren wurde er 1970 für den Golden Globe als bester Nachwuchsschauspieler nominiert. Bei beiden Filmen führte Luchino Visconti Regie.

Der 38 Jahre ältere Italiener hatte Berger entdeckt, er wird sein Lebensgefährte und „Vaterersatz“. Visconti stirbt 1976, und Berger stürzt in eine Krise. Es folgen ein Selbstmordversuch, Alkoholexzesse, ein dekadenter Lebensstil, aber kaum noch neue große Rollen.

Beruflich wie privat bleibt der große Aufschwung stets aus, Berger zehrt zunehmend von seiner Vergangenheit und dem Prädikat des einst „schönsten Mannes der Welt“, als der er mal das Cover der Zeitschrift „Vogue“ zierte. Statt mit schauspielerischen Leistungen macht er mehr mit Auftritten in Talkshows von sich reden. „Ich bin total versackt“, erklärt er schließlich 1996 in Harald Schmidts damaliger Sat.1-Show.

Die ganz große Aufmerksamkeit wird ihm tatsächlich erst wieder zuteil, als er 2013 ins RTL-Dschungelcamp zieht. Aus gesundheitlichen Gründen steigt er bereits nach wenigen Tagen wieder aus, doch plötzlich kennen ihn auch jüngere Menschen. Besonders zuträglich für sein Image war der Auftritt aber sicher nicht.

2018 folgte dann in hohem Alter sein Theaterdebüt: An der Volksbühne Berlin spielt Berger an der Seite von Ingrid Caven einen Baron der Barockzeit. Ob dieses Engagement ohne die Unterstützung des Doku-Teams möglich gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Bettina Vorndamme hat ihr Fazit gezogen: „Er ist nicht wie wir. Es wird immer so sein, dass wir ihn nicht verstehen können.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.