SANDE - SANDE - Auf die Idee, Kartoffeln mit einem „Schraubstock“ zu schälen, können wohl nur Männer kommen. Jede Wette, dass das an den Tisch geklemmte Gerät, das mit Kurbelbewegungen eine in die Zange genommene Kartoffel in Millimeter dünnen Streifchen enthäutet, nicht gerade das war, was sich die Hausfrau um das Jahr 1900 als moderne Küchentechnik vorgestellt hat.

Die seltsame Schälapparatur war eine von vielen Sehenswürdigkeiten rund um den Kartoffeltag beim Marienturm und dem Küsteum in Altmarienhausen. Den kurzweiligen Tag, bei dem es richtig „rin in die Kartoffeln“ ging, hatte Marienstübchen-Pächterin Ursula Filareki gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Altes Sande veranstaltet. Während das Marienstübchen die Besucher mit leckeren Kartoffelgerichten verwöhnte, hatte die AG Altes Sande historische Gerätschaften zum Transportieren, Sortieren und Schälen von Kartoffeln ausgestellt und erklärte ausgiebig Funktionsweisen der Technik von damals.

Bei goldenem Herbstwetter hatten die Veranstalter ein leichtes Spiel: Die leckeren Düfte aus Töpfen und Pfannen, das malerische Idyll rund um den Marienturm, ein kleines Unterhaltungsprogramm für Kinder, nebenbei etwas Heimatkunde und die Chance, aus der Spitze des Marienturms einen Blick über Sande bis nach Jever oder Wilhelmshaven zu genießen, trieb die Gäste scharenweise nach Altmarienhausen.

Uwe Schlenkert, Günther Wübbenhorst, Otto Heyken, Hans Goeken und Heinz Leerhoff von der AG Altes Sande hatten nicht nur Kartoffel-Technik von damals im Programm, sondern auch ein kleines Gewinnspiel vorbereitet, bei dem die Gäste das Gewicht eines kleinen Kartoffelsacks zu raten hatten.

Goldrichtig lag, wer 2821 Gramm aufgeschrieben hatte. Fünf Teilnehmer hatten die Zahl nur um wenige Gramm verfehlt und Gutscheine für das Marienstübchen und für die Premiere der Theatergruppe Sande gewonnen.