Sande - War das nur eine einmalige Geschichte oder könnte eventuell doch wieder mehr daraus werden? Das Konzert des Elvis-Tributesängers Gordon Davis aus England im Bürgerhaus Sande hat nach mehr als einem Jahr Leerstand und dem ebenso lange und bislang vergeblichen Versuch der Gemeinde Sande, einen Käufer für ihr Bürgerhaus zu finden, jedenfalls einige Begehrlichkeiten zur Zukunft des Hauses geweckt.
Der Sander Gastronom Wolfgang Gerhard, in Sande jedem als „Mozart“ bekannt, hatte den Musiker eingeladen, das Konzert organisiert und bei der Gemeinde eine einmalige Nutzung des Bürgerhauses nachgefragt. Gordon Davis, mehrfach preisgekrönter Elvis-Epigone, hatte schon im vergangenen Sommer im Sommergarten der Gaststätte „Zur scharfen Ecke“ ein vielbejubeltes Konzert gegeben. Diesmal brachte der Brite in Ryan Quartermaine noch einen Gitarristen mit.
300 bis 400 Besucher kamen nun ins Sander Bürgerhaus, das Wolfgang „Mozart“ Gerhard und sein Team im Rockabilly-Stil geschmückt hatten und in dem sie die Besucher natürlich auch mit Speis und Trank versorgten.
Fast zehn Jahre ist es her, dass das Sander Bürgerhaus noch ein richtiges Bürgerhaus war und mit Theatervorstellungen, Konzerten, gelegentlich auch Messen, Ausstellungen, Bürgerversammlungen und Empfängen als Veranstaltungszentrum der Gemeinde gut genutzt war. Dann wurde der Unterhalt zu teuer und das Bürgerhaus verpachtet: 2009 zog der FRF-Pavillon ein, im Jahr darauf auch das Funkhaus. Der Sender FRF ist inzwischen in Friedeburg ansässig.
Wolfgang Gerhard brachte am Ende der zweieinhalbstündigen Elvis-Show die Idee auf, das Bürgerhaus als Veranstaltungsort für die Bürger Sandes langfristig zu erhalten Der Wirt der „scharfen Ecke“ hegt selbst keine Pläne, das Haus zu pachten, betonte „Mozart“. Aber er rief zur Gründung eines Kulturvereins in Sande auf.
„Sollte sich ein Kulturverein gründen, hätte dies ja erst einmal nichts mit dem Bürgerhaus zu tun, auch wenn klar ist, dass dieses Gebäude bei den Überlegungen zur Gründung eines Vereins sicher eine Rolle gespielt hat und spielt“, so Bürgermeister Stephan Eiklenborg. Die Euphorie über die gelungene Veranstaltung hat dabei sicher motivationsfördernd gewirkt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Diskussion dazu entwickeln wird.
Ein Verein, der das Bürgerhaus mit Leben füllen könnte, muss sich, wenn er denn gegründet wird, auch mit der Frage der Finanzierung eines Bürgerhauses auseinandersetzen. „Nach meiner Einschätzung bedarf es einer kontinuierlichen Auslastung eines Bürgerhauses als Veranstaltungsort, wenn dieses Konzept langfristig tragen soll“, so Eiklenborg.
Theoretisch sei vieles denkbar. „Zurzeit ist eine Ausschreibung zum Verkauf in Vorbereitung“, so der Bürgermeister. Mögliche Interessenten müssen neben dem Preis, zu dem sie das Objekt kaufen wollen, auch ein Nutzungskonzept vorlegen. Das wird in den Gremien zu bewerten sein. Die Ausschreibung soll schon heute in den Zeitungen veröffentlicht werden.
