Sande - Zwischen alten Traktoren, Kutschen und historischen Gerätschaften im Küsteum in Altmarienhausen hatte die plattdeutsche Lesung mit Jutta Oltmanns genau den richtigen Platz. Zum Abschluss von „Sandes musikalischem Lesesommer“ hatte man die Lesung bewusst ins Küsteum verlegt, denn Jutta Oltmanns las nicht nur und sang mit ihrem Mann Roland Dubberke als Duo „Tiedewies“, sie hatte auch eine Präsentation vorbereitet, die im Freien nicht möglich gewesen wäre.
Im ersten Teil gab es kurze Geschichten mit humorvollen Einblicken ins aufregende Familienleben. Auch Historisches war dabei, ein Blick zurück in die Zeit Luthers und hinter Klostermauern mit philosophischen Gedanken.
In das ostfriesische Platt musste man sich allerdings erst hineinhören – damit hatten selbst geübte hiesige Platt-Hörer und -Sprecher ihre Schwierigkeiten. Oltmanns las sehr zügig, sprach auch nicht alle Worte deutlich, was die Sache nicht einfacher machte.
Plattdeutsche Lesungen zu veranstalten, werde immer schwieriger, sagt Sebastian Janßen von der Gemeinde Sande, der den „Lesesommer“ organisiert hat. Nur wenige Autoren nutzen die Sprache noch, viele wollten die Anstrengung einer Lesung nicht auf sich nehmen. Außerdem hätten die plattdeutschen Veranstaltungen der Reihe stets die mit Abstand geringsten Besucherzahlen. Daher müsse man überlegen, ob es eine Neuauflage geben wird. Die gesamte Reihe sei sehr gut gelaufen und wird auf jeden Fall 2019 neu aufgelegt.
