SANDE - Experten klären Betroffene in Sande über neue Erkenntnisse der Rheumatologie auf. Auch Patienten-Selbsthilfeorganisationen wollen sich den Besuchern vorstellen.
Von Oliver Braun
SANDE - Schmerzen in Gelenken und Muskeln, steife Knie, Rückenleiden, geschwollene und rote Gelenke: Das alles sind typische Beschwerden, die mit dem Sammelbegriff „Rheuma" umschrieben werden. „Unter der Bezeichnung Rheuma sind etwa 450 verschiedene Erkrankungen zusammengefasst“, sagt der leitende Arzt des Zentrums für Innere Medizin am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch, Prof. Dr. Werner J. Mayet. Gemeinsam ist allen rheumatischen Beschwerden eine schmerzhafte Veränderung des Bewegungsapparates. Oft kommen auch Abgeschlagenheit und Unwohlsein hinzu und können innere Organe, das Nervensystem, die Haut oder die Augen mitbetroffen sein.Am Sonnabend, 25. November, bietet das Krankenhaus bei einer kostenlosen Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Sande von 14.30 bis 16.30 Uhr allen Interessierten unter dem Titel „Rheuma hat viele Gesichter“ einen Überblick über die Erkrankungen und Einblicke in neue Behandlungsmethoden. Schwerpunktthemen sind die Krankheitsbilder Morbus Bechterew, Lupus Erythmatodes und Kollagenosen. Experten halten kurze, auch für Laien verständliche Vorträge und stehen den Teilnehmern Rede und Antwort. „Und wir werden zeigen, welche Maßnahmen die Betroffenen aktiv gegen die Erkrankung ergreifen können“, sagt Britta Keithahn, die Leiterin der Nordwest-Physio.
Außerdem stellen sich die Patienten-Selbsthilfeorganisation Deutsche Rheuma-Liga und die Lupus Erythematodes-Selbsthilfegruppe vor. Im Anschluss an die Veranstaltung ist eine Führung durch das Nordwest-Krankenhausführung geplant, das seine rheumatologische Kompetenz weiter ausbauen will.
In Deutschland leiden mindestens zwei Millionen Menschen an rheumatischen Erkrankungen. Und es sind keineswegs nur die Senioren: „Rheuma ist keine Alte-Leute-Krankheit“, sagt Mayet. Auch Kinder, Jugendliche und sogar Babys können an rheumatischen Krankheiten leiden. In vielen Fällen sei es auch nicht möglich, durch vorbeugende Maßnahmen eine rheumatische Erkrankung zu verhindern, sagt Mayet. Nur im ganz frühen Stadium bestehe die Chance auf Heilung.
Mit Medikamenten könne man die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessern. Die Schmerzen werden gelindert, Entzündungsprozesse verlangsamt und der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Neu sind so genannte Biologicals, die nahezu nebenwirkungsfrei ganz gezielt im Körper eingreifen.
Doch nicht nur Medikamente helfen gegen Rheuma. Als Maßnahme gegen die Schmerzen spielt die Physiotherapie eine wichtige Rolle.
