SANDKRUG - Bei den Proben der „heiligen Halleluja-Tonleitern“ eines kleinen Engelchores geht schief, was schief gehen kann – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist kaum herauszuhören, wer die Töne am wenigsten trifft; eine Tatsache, die der Chorleiterin gar nicht gefällt. Als sich die Kleinen dann für einen Moment unbeobachtet fühlen, nutzt Engelchen Angelina die günstige Gelegenheit und peppt die Musikstücke nach ihren Vorstellungen auf, so dass die Chorprobe schnell zu einer Party wird.
Doch sobald die Chorleiterin von diesem Chaos Kenntnis nimmt, schickt sie Unruhestifterin Angelina auf die Erde, um dem unglücklichen Mädchen Sabrina zur Seite zu stehen. Von nun an soll Sabrinas Leben anders laufen.
Diese Geschichte um Freundschaft, Selbstvertrauen und Glauben mit dem Titel „Ein Engel?“ führte die evangelische Kindermusicalgruppe Sandkrug/Wardenburg am vergangenen Freitag zum ersten Mal im Albert-Schweizer-Haus in Sandkrug auf. „Wir hatten das Musical schon vor einer ganzen Weile gekauft, aber zu dem Zeitpunkt nicht genügend Kinder in der Gruppe, um es aufführen zu können“, erklärt Teammitglied Sarah Rodehau (26).
Mittlerweile hat sich eine Gruppe von 38 Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren gebildet und „es werden jedes Jahr mehr“, so Rodehau weiter. „Wir haben wirklich Probleme einen Probenraum zu finden, in den wir alle reinpassen.“
Angefangen wird immer im Albert-Schweizer-Haus, so auch vor einem Jahr, als die Proben zu „Ein Engel?“ begannen. Später zog die Gruppe dann in die Gemeinnützigen Werkstätten in Sandkrug um, wo bis zur Premiere immer und immer wieder geübt wurde.
„Doch das ganz ohne die Kinder dabei zu drillen“, sagt Kreisjugendiakon Uwe Schwarting. „Das ist es, was uns von den mehr oder weniger professionellen Musikschulen unterscheidet. Bei uns darf man sich auch einmal falsch herumdrehen, ohne das gemeckert wird.“ Darum haben die Kindern so viel Spaß am Proben: Sollte mal ein kleiner Patzer vorkommen, wird viel gelacht. „Und zwar nicht über einander, sondern miteinander“, erklärt die zehnjährige Alina Precht, die die Rolle der Angelina übernommen hat. „Ich freue mich wirklich, dass ich gerade diese Rolle bekommen habe. Wenn mir das nächste Stück gefällt, möchte ich gerne wieder dabei sein.“ So geht es auch Svenja Feierabend (10), in der Rolle der Sabrina. „Die Proben finde ich wirklich toll. Es macht mir auch nichts aus, wenn wir eine Szene zehn oder sogar 20 Mal wiederholen müssen. Das gehört einfach dazu.“
Und dass sich das viele Üben gelohnt hat, finden nicht nur die Eltern. Auch Zuschauer, die keine Freunde, Bekannten oder eigene Kinder zu bestaunen hatten, waren von dem Musical begeistert.
Wer nun selbst erfahren möchte, was eine Abteilung für Stoßgebetsbearbeitung ist und welche Aufgaben der „Chef persönlich“ für uns Menschen bereit hält, der hat am kommenden Sonnabend und Sonntag, 25. und 26. Juni, jeweils ab 16 Uhr die Gelegenheit dazu. Der Eintritt zu den Aufführungen im Albert-Schweizer-Haus ist frei.
