SANDKRUG - SANDKRUG/PB - Seinen ersten unerwarteten Einsatz an der Orgel in der Kreuzkirche in Sandkrug hatte Matthias Müller schon als kleiner Junge zu Weihnachten 1980, weil sich die für den Gottesdienst vorgesehene Organistin den Fuß verletzt hatte. Mit dieser Geschichte leitete Müller jetzt sein Orgelkonzert in Sandkrug ein.

Er berichtete, dass er die Gottesdienstordnung jenes Festtags bis heute aufbewahrt habe. Sehr früh habe er schon bei seiner späteren Orgellehrerin Edda Töllner aus Sandkrug Klavierunterricht erhalten, so dass er bereits mit 13 Jahren in der Kreuzkirche einen regelmäßigen Aushilfsdienst an der Orgel übernehmen konnte. Das liegt jetzt über 25 Jahre zurück. Deshalb sei er gerne an den Ausgangspunkt seines musikalischen Schaffens zurückgekommen, um hier sein Jubiläum als Kirchenmusiker zu feiern und seine Tournee durch Europa zu beginnen.

Mit 18 Jahren absolvierteMüller eine dreijährige Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach/Schwaben. Auch hier war er als Organist tätig und gab erste Orgelkonzerte. Seinen Abschluss machte er als „Staatlich geprüfter Leiter der Laienmusik“ sowie staatlich und kirchlich geprüfter C-Kirchenmusiker. In den Jahren 1986 bis 1994 war Müller Organist an der Michaelskirche in München-Lochham. Danach betrat er die internationale Bühne und gab Konzerte in Italien, Spanien und der ehemaligen DDR. Gemeinsam mit dem katalanischen Orchester musizierte der Organist 1990 in Barcelona und Umgebung.

Seit 1990 verbindet ihn eine feste Freundschaft mit dem bekannten tschechischen Orgelvirtuosen Jaroslav Tuma und dem berühmten belgischen Organisten und Harmoniumspieler Jan van Mol. Ausgedehnte Konzertreisen führten den Kirchenmusiker ab 1989 nach Spanien, speziell Asturien, in das Baskenland und nach Kastilien.

Von 1992 bis 1996 nahm Müller auf Wunsch des befreundeten Orgelbauers Dieter Schingnitz das Studium der Kirchenmusik beim hoch angesehenen Karl Maureen an der Leopold-Mozart-Fachakademie in München auf und schloss es mit der B-Prüfung ab.

Es folgte Unterricht bei Domkapellmeister Brauckmann (Gregorianik) mit Interpretationen der Orgelwerke mit alten Fingersätzen. In dieser Zeit erlernte er auch in einem Kursus in Bologna die Interpretation alter italienischer Musik.