SANDKRUG - SANDKRUG/PB - „Einen Kaffee habe ich schon öfter bestellt“, sagte Pastorin Kerstin Keßler am Sonntagabend zur Begrüßung von Tobias Jahn und Matthias Seidel im Albert-Schweitzer-Haus in Sandkrug, „jedoch nicht dazu auch noch eine Ohrfeige“. Damit spielte sie auf den Titel der Veranstaltung mit den beiden gebürtigen Görlitzern an, die in einer Kombination aus Lesung und Konzert sowie mit einem Schuss Theater ihr Publikum erfreuten.

Tobias Jahn ist psychologischer Familienberater, Matthias Seidel ein musizierender Tischler. Sie haben in der östlichsten Stadt Deutschlands gelebt, studiert oder gearbeitet, bis sie aus verschiedenen Gründen in größere Städte zogen. Jahn ging nach Berlin, um eine kleine Beratungsfirma zu gründen, demnächst eventuell Theologie zu studieren und in kleinen Clubs Platten aufzulegen. Seidel wechselte nach Leipzig, um Philosophie zu studieren, was er aber bald wieder aufgab, um sich der Musik und der Literatur zu widmen. Jetzt spielt er in mehreren Bands und gastiert mit Soloprogrammen an den unterschiedlichsten Veranstaltungsorten.

Ihre Texte, Lieder, Gedichte, Geschichten und Essays sind fast alle aus der eigen Feder und werden von ihnen gelesen, gesungen und gespielt. Es geht in ihrem Programm „Einen Kaffee und eine Ohrfeige, bitte“ um das Leben mit all’ seinen Problemen und Katastrophen, um die Liebe, die Frauen (und die damit verbundenen Schwierigkeiten, die oft auch autobiografischen Charakter haben), um Menschen, Missstände und Schönheiten, um Glaube und Religion.

In Sandkrug sind beide gern gesehene Künstler, die im Rahmen der Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Hähnichen bei Görlitz schon etliche Male Silvestergottesdienste mitgestaltet haben.