SANDKRUG/OLDENBURG - Sabrina steht hinter einem Gestellt aus Spanplatten. Gemeinsam mit einer Klassenkameradin hat sie es grau angestrichen und mit Stacheldraht versehen. Später soll durch die Drähte der Plan eines Straflagers bei Oldenburg aus der Nazi-Zeit zu sehen sein. „Man bekommt eher ein Gefühl dafür, wie sich Menschen hinter solchen Mauern gefühlt haben, als wenn man nur darüber liest“, findet die Neuntklässlerin.

Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden bereitet Sabrina eine Ausstellung vor, die ab Ende August im Museumspädagogischen Bereich des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte im Oldenburger Schloss zu sehen sein wird. „Wir haben uns für jedes Jahr des Nationalsozialismus einen Aspekt ausgesucht“, erklärt Lehrer Volker Westerkamp, der das Projekt gemeinsam mit Museumspädagogin Eva Frömchen-Neddermann und Referendarin Elke Rosenbohm leitet.

Wo möglich, soll es einen Bezug zum Oldenburger Land geben. Ein Bild von Erich Heckel, das 1937 als „entartete Kunst“ aus dem Oldenburger Museum verschwinden musste, entsteht jetzt unter den Pinseln von Lena (16) und Sarah (16) neu. Anhand einer Schwarz-Weiß-Vorlage malen sie das Bild, das bis heute verschollen ist, mit ihren eigenen Farben nach.

Andere Schüler haben sich mit der Olympiade 1936 beschäftigt. Im olympischen Dorf gab es ein „Haus Oldenburg“, in dem Sportler aus Belgien einquartiert waren. Eine Postkarte, die diese an eine Zeitung in Oldenburg schickten, stellen die Schüler Bilder von Kriegszerstörungen in Belgien gegenüber.

Marcel (16) und Sebastian (15) beschäftigen sich mit dem Widerstand. Während Marcel aus einem Dokumentarfilm eine Fotostrecke über das Stauffenberg-Attentat zusammenstellt, recherchiert Sebastian im Internet über verschiedene Widerstandsgruppen. Aus Bildern und kurzen Texten entsteht eine Mappe.

Damit wird die Ausstellung nicht nur für andere Schüler interessant, ist Eva Frömchen-Neddermann überzeugt. „Erwachsene unterscheiden sich da nicht von Schülern, bei zwölf Stationen darf man die Besucher nicht mit langen Texten erschlagen“, erklärt sie. Die Ausstellung wird von Ende August an für drei Monate für alle Besucher des Museums zugänglich sein.