Saterland - Alljährlich findet die Europeade, das größte europäische Trachten- und Folklorefestival statt. Seit 14 Jahren nehmen auch die Mitglieder der Volkstanzgruppe Saterland regelmäßig daran teil. Auch in diesem Jahr wollten sie Anfang August beim Festival dieses Mal in Klaipeda (Litauen) dabei sein.

Die Mitglieder der Volkstanzgruppe hatten schon Ende des vergangenen Jahres mit den Vorbereitungen begonnen. Freunde aus den Tanzgruppen Jever, Aurich und Bad Zwischenahn wollten mit den Saterländern die Europeade in Litauen erleben. Mit 31 Personen wollten sie das Bundesland Niedersachsen vertreten, berichtet Elfriede Deeken.

Doch dann kam die Corona-Pandemie. Zunächst herrschte Ungewissheit, doch am 22. April wurde die Europeade für dieses Jahr abgesagt. „Unter den momentanen Umständen ist das verständlich, aber trotzdem schade“, sagt Deeken. Auch gemeinsames Tanz ist derzeit nicht möglich. Die Teilnehmer der Volkstanzgruppe trafen sich am 9. März zum letzten Mal auf einem Übungsabend. „Volkstanz lebt von der Begegnung mehrerer Menschen und von körperlichen Kontakten. Wir Tänzer können nicht den Mindestabstand einhalten und außerdem haben wir ständig wechselnde Partner“, berichtet Deeken. Wie viele andere Gruppen mussten auch die Saterländer ihr geplantes Jahresprogramm fast komplett streichen.

Den Volkstänzern fehlt zurzeit nicht nur das regelmäßige Tanzen, sondern auch das Miteinander. „Soziale Kontakte und Freundschaften haben sich in der Gruppe gebildet und konnten lange Zeit nur digital wahrgenommen werden“, so Deeken. Sie hofft, dass bald ein Impfstoff oder ein Medikament gefunden wird, damit auch die Volkstänzer wieder aktiv werden können. „Es wäre schade, wenn der Volkstanz, der hier bei uns einen schweren Stand hat, durch die lange Pause noch mehr verschwinden würde“, so Deeken. Die Europeade soll derweil dieses Jahr digital stattfinden unter: