New York/Hamburg - Die Saxofon-Legende Herb Geller ist tot. Der Jazzmusiker starb nach Angaben seiner Tochter Olivia vom Sonntag bereits am Donnerstag im Kreise seiner Familie. Er wurde 85 Jahre alt. Geller starb dort, wo er am liebsten war: in Hamburg. Der US-Amerikaner gehörte zu den größten Saxofonisten der vergangenen Jahrzehnte und hat mit nahezu allen Größen des Jazz gespielt.

Geller wurde in Los Angeles geboren. Als Achtjähriger bekam er ein Saxofon geschenkt. Daraus entstand eine Weltkarriere. Er spielte auch Klarinette und Flöte, komponierte und arrangierte Musikstücke, eine Legende wurde er aber durch sein Saxofonspiel. 1951 heiratete er die Pianistin Lorraine Walsh, und beide bildeten so etwas wie das Traumpaar des Jazz. Lorraine starb mit 30 Jahren unerwartet.

Geller wollte nicht in den USA bleiben. Zunächst spielte er in Brasilien Bossa Nova, dann in Paris Jazz, und schließlich kam er nach Berlin. Hier lernte er seine zweite Frau, Christine, kennen. 1965 zogen beide nach Hamburg – und dort schlug der ruhelose Amerikaner Wurzeln. Fast 30 Jahre prägte er die NDR-Bigband. Das Orchester des Norddeutschen Rundfunks war für einige nur noch „die Band, in der Herb Geller spielt“.

In Hamburg und Deutschland war er hochgeehrt und sogar Professor der Hochschule für Musik in Hamburg.

„Er war ein wandelndes Musiklexikon“, sagt seine Tochter Olivia. Bis zuletzt habe er Musik gemacht, als einer der letzten der goldenen Ära des Jazz.