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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Schauerliche Szenen zum Wohlfühlen

11.03.2013

Bremerhaven Eine Hand ragt aus dem Grab, Nebel wallen über die Bühne und ein lebendig begrabenes Mädchen erscheint im blutverschmierten Totenhemd. Das sind die Zutaten von Edgar Allan Poes Erzählung „Der Untergang des Hauses Usher“ („The Fall of the House of Usher“). Die hat Philip Glass 1987 zur gleichnamigen Oper von 90 Minuten verarbeitet. Das Stadttheater Bremerhaven präsentierte sie jetzt in deutscher Sprache in einer eindrucksvollen Inszenierung.

Glass gilt als Begründer der Minimal-Music, die sich durch spärliche Harmonik und wenige, sich immer wiederholende Motive auszeichnet. Glass hat auch viel für den Film komponiert, was seiner Musik deutlich anzumerken ist. Im Falle des „Untergangs des Hauses Usher“ hat sie vor allem die Funktion, eine schauerliche Stimmung zu erzeugen. Sie dient sozusagen als Untermalung für den deklamatorischen, wenig ariosen Gesang der Solisten.

Stephan Tetzlaff und das Städtische Orchester brachten diesen „Soundtrack“ sehr differenziert und ideal zum Klingen. Sie waren dabei im hinteren Bereich der Bühne postiert. Der überdeckte Orchestergraben wurde in die Spielfläche einbezogen. Das unheimliche Geschehen rückte dadurch noch näher an den Zuschauer heran.

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Die düstere Handlung spielt auf dem gespenstischen Anwesen von Roderick Usher. Der ist psychisch labil und seine Schwester Madeline todkrank. Er bittet seinen Jugendfreund William dringend um einen Besuch. Madeline stirbt, und die Freunde begraben sie. Doch unheimliche Geräusche hallen durch die Nacht. Madeline kommt in ihrem blutbefleckten Totenhemd wieder aus dem Grab. Offensichtlich wurde sie lebendig begraben.

Regisseur Christian von Götz griff effektvoll in die Repertoirekiste des Horrorfilms, ohne sich aber auf vordergründigen Grusel zu beschränken. Der krankhafte, vom Wahn befallene Geisteszustand Rodericks wurde subtil verdeutlicht.

Seine Schwester Madeline erscheint als Geistererscheinung gleich vierfach auf der Bühne. Die Frage, ob das nur eine durch Opium-Konsum verursachte Wahrnehmung der beiden Freunde ist, lässt der Regisseur offen. Wenn sich Madeline am Ende wie ein Vampir auf ihren Bruder stürzt und ihn mit in den Tod reißt, stellt sich wohlige Schauerromantik ein.

Die Bühnenausstattung mit ihren Lichteffekten stammt ebenfalls von Christian von Götz, der mit der Inszenierung auch ein Publikum ansprechen dürfte, das mit dem Operngenre nicht unbedingt vertraut ist. Die Sänger waren nicht nur musikalisch gefordert, wobei die Schwierigkeiten ihrer im Sprechgesang angelegten Partien nicht allzu hoch lagen. Einzig Madeline, die nur Vokalisen singt, hatte größere Bögen zu bewältigen.

Gefordert war schauspielerisches Können. Peter Kubik als William, Thomas Burger als Roderick und Franziska Krötenheerdt als Madeline fanden da zu packender Darstellung.

Karten:  t  0471/ 49 001

Alle NWZ -Kritiken unter:   www.nwzonline.de/theater 
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