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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ohne Regen würde was fehlen

23.06.2018

Scheeßel Jedes Jahr gibt es sie wieder: die Checklisten zum Festivalsommer. Meistens steht dort Dosenbier, Einweggrill und Zelt. Wenn die Veranstalter des Hurricane-Festivals so eine Liste schreiben würden, stünde da etwas ganz anderes: Stroh, Kies und Holzhäcksel. Denn inzwischen ist das schlechte Wetter zu so etwas wie einem Markenzeichen für das Festival im Landkreis Rotenburg geworden – und mit ihm das Streugut gegen den Matsch. Ohne Regen würde in Scheeßel etwas fehlen.

Auch zum Auftakt am Freitag schüttete es teilweise in Strömen, der Wind fegte über Zeltplätze und Festivalgelände. Nur sporadisch blinzelte die Sonne durch die Wolken. Die Musikfans kamen in Gummistiefeln und Regenponchos – auch die gehören inzwischen zum Festival wie Dosenbier und Rockmusik. „Wir haben ein richtiges Hurricane-Wetter“, sagte ein Polizeisprecher schon bei der ersten Anreisewelle am Donnerstag.

Auch wenn an kritischen Stellen der Matsch bekämpft wird: Bei 134 000 Quadratmetern Festivalgelände sowie Park- und Zeltplätzen mit einer Größe von 240 Fußballfeldern lässt sich gar nicht dagegen anstreuen. Schon zum Auftakt gab es Schlammschlachten zwischen den Zelten. Als gegen 13.30 Uhr die Tore zum eigentlichen Festivalgelände öffneten, standen an einigen Stellen tiefe Pfützen auf den Wegen.

Die Laune ließen sich die Musikfans davon nicht verderben, sie strömten bis zum Abend zu Zehntausenden vor die Bühnen.

Die Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit 65 000 Besuchern. Da aber auch Tageskarten verkauft werden, könnten es aufgrund des schlechten Wetters auch weniger werden – so oder so gibt es ein dickes Minus im Vergleich zum Vorjahr. Der Markt ist umkämpft, auch andere Festivals schrumpfen.

Bei den Bands sind die Zahlen stabil: Mehr als 100 stehen bis Sonntag auf den vier Bühnen auf dem Eichenring in Scheeßel. Abgedeckt wird so gut wie jedes Genre von Indie-Rock über HipHop bis Electro. Am Freitag spielten unter anderen Marteria, Billy Talent und die Broilers. An diesem Samstag folgen The Prodigy, die Beginner, Biffy Clyro und Bonez MC & RAF Camora. Am Sonntag beenden Kraftklub, Arcade Fire und die Arctic Monkeys das Festival. Bis dahin erwartet die Fans neben der Musik reichlich Kirmesstimmung.

Es gibt eine Riesenrutsche, ein Riesenrad und mehr Imbissbuden als auf den meisten Volksfesten dieses Landes. Die Spiele der Fußball-WM werden auf Leinwänden übertragen. Das dürfte am Samstag für Lücken vor den Bühnen sorgen. Denn parallel zu The Kooks, Johnossi und Dendemann spielt die Deutsche Nationalmannschaft gegen Schweden.

Der Wetterbericht verspricht für die kommenden Tage wenig Besserung. Aber ohne Regen würde in Scheeßel ja auch irgendetwas fehlen.


Bilder und aktuelle Berichte im Spezial:   www.nwzonline.de/hurricane-festival 
Robert Otto-Moog
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2111

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