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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Weniger Besucher, mehr Kriminalität

25.06.2018

Scheeßel Weniger Besucher, aber mehr Bands: Während der dritte Tag des Hurricane-Festivals noch läuft, haben die Veranstalter die erste Bilanz gezogen. Und die klingt erst einmal wenig erfreulich. 13.000 weniger Musikfans als im Vorjahr kamen diesmal auf den Eichenring in Scheeßel. Feierten 2017 noch 78.000 auf der Sandrennbahn, so waren es in diesem nur noch 65.000 – fast ein Fünftel davon blieben zudem nur für jeweils einen Tag.

NWZ-Spezial: Alles zum Hurricane-Festival

„Wir sind sehr zufrieden“, sagte der musikalische Leiter des Musik-Festivals, Stephan Thanscheidt, am Sonntag dennoch. „Gerade nach den letzten beiden Jahren.“ 2016 musste das Festival am ersten Tag unterbrochen werden, der zweite fiel komplett aus. Auch 2017 machte heftiger Regen Veranstalter und Besuchern zu schaffen. „In diesem Jahr konnten alle Bands auftreten, die wir auch gebucht haben“, sagte Thanscheidt. Ein ziemlich bescheidenes Ziel für eines der größten Musikfestivals Deutschlands. In Scheeßel freut man sich schon darüber, wenn es einfach nur regnet und nicht stürmt.

„Es gibt keinen Schamanen, der dieses Wetter so zuverlässig herbei tanzen kann, wie dieses Festival“, sagte Dorothea Hebebrand. Die leitende Notärztin konnte der „feuchtkalten Wetterlage“ zumindest etwas positives abgewinnen. „Es gab nur die festivalüblichen Erkrankungen“, sagte Hebebrand am Sonntag. 82 Mal musste der Krankenwagen Patienten transportieren, 66 Mal kamen diese ins Krankenhaus. „ Alles nicht dramatisch“, sagte die Ärztin. Beim DRK gab es 1650 Behandlungen - und einige davon sorgten auch für Heiterkeit. „Patient männlich, 34 Jahre alt, bedingt ansprechbar, im Schweinchenkostüm“, zitierte DRK-Sprecher Jan Bauer aus einem Aufnahmeprotokoll.

Ein ähnlich entspanntes Fazit zog die Feuerwehr noch vor Ende des Festivals. 18 Einsätze habe es gegeben, sagte Sprecher Dieter Apel. „Alles nichts spektakuläres.“ Nur die Polizei hatte mehr zu tun. Ihr machten Taschendiebe und Zeltschlitzer zu schaffen. „Es gab einen leichten Anstieg von Diebstählen“, sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp ohne konkrete Zahlen zu nennen, nur um dann gleich zu relativieren, dass es in der Vergangenheit auch schon schlimmer gewesen sei. Dafür gab es in diesem Jahr aber drei Festnahmen: In der Nacht zu Samstag verhaftete die Polizei drei mutmaßliche Drogendealer, die „größere Menge Marihuana und Amphetamine“ dabei gehabt hätten.

Beim Hurricane-Festival treten seit Freitag mehr als 100 Bands auf, darunter nationale Größen wie Marteria, Beginner, Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet. Auch internationale Hochkaräter spielten in Scheeßel, darunter Arcade Fire, The Prodigy, Billy Talent, Justice oder die Arctic Monkeys, deren Auftritt auf der Hauptbühne am späten Sonntagabend den Abschluss des Hurricane-Festivals bildet.

Einen Termin fürs nächste Jahr gibt es auch schon - trotz des Besucherschwunds, mit dem auch die anderen großen Festivals in Deutschland zu kämpfen haben. Die 23. Auflage des Hurricane-Festivals findet von 21 bis zum 23. Juni 2019 statt. Bis dahin sollten auch alle Zelte wieder trocken sein. Denn die nächste „feuchtkalte Wetterlage“ kommt mit Sicherheit.

Robert Otto-Moog
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2111

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