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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Scheiben aus Vinyl drehen sich immer noch

24.12.2015

Stollberg /Berlin Die schwarzen Scheiben von einst sind längst nicht nur schwarz, sondern auch grün, rot, blau oder weiß und beliebt wie lange nicht – das hat der Bundesverband Musikindustrie in Berlin herausgefunden. Demnach gehen nicht nur die Verkaufszahlen der Schallplatte steil nach oben. Einer Umfrage zufolge stünden neben CDs, Download-Gutscheinen und Streaming-Abos auch Schallplatten weit oben auf dem Wunschzettel, hieß es. Etwa jeder vierte Befragte fände eine Schallplatte als Weihnachtsgeschenk gut.

„Schallplatten machen einfach einen edlen Eindruck“, findet Carsten Haupt von Celebrate Records, einem von noch etwa einer Handvoll Schallplatten-Hersteller in Deutschland. Allein das Platten-Cover sei oft ein Kunstwerk. In dem Unternehmen am Autobahnanschluss von Stollberg im Erzgebirge lassen mittlerweile die Größen der deutschen und internationalen Musikbranche Vinyl-Scheiben pressen. „Mittlerweile bringen fast alle Künstler, die eine CD produzieren, parallel dazu eine Schallplatte heraus“, sagt Haupt.

Mehr als zwei Millionen Platten stellt allein Celebrate Records nach Angaben Haupts mit rund 40 Mitarbeitern jährlich her. Etwa 70 Prozent gingen in den Export. „Wir produzieren für die ganze Welt.“

Nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie ist die Schallplatte schon seit Jahren wieder auf dem Vormarsch. 2014 seien in Deutschland rund 1,8 Millionen Platten verkauft worden, so viele wie seit 1992 nicht. Der Umsatz habe bei 38 Millionen Euro gelegen.

Seit Ende der 1970er Jahre seien die Jahresumsätze bis auf etwa sechs Millionen Euro im Jahr 2006 geschrumpft, hieß es. Doch seit 2007 gehe es wieder bergauf. Mit 3,1 Prozent sei der Marktanteil von Vinyl verglichen mit anderen Tonträgern wie etwa der CD (60,6 Prozent) zwar noch relativ bescheiden. Doch das Wachstum sei enorm. Allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres gingen nach Verbandsangaben rund 1,4 Millionen Platten über den Ladentisch – etwa 25 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

Deutschlands wohl größter Schallplattenhersteller, die optimal media GmbH in Röbel (Mecklenburg-Vorpommern) hat nach eigenen Angaben im vergangenen Geschäftsjahr rund 16 Millionen Platten gepresst und will die Kapazität bis zum Frühjahr auf 22 Millionen steigern.

Die Rückkehr der Schallplatte ausgerechnet in einer Zeit, in der alle Zeichen auf Digitalmusik stehen, lässt die Experten rätseln. Vielleicht sei es die Sehnsucht nach Entschleunigung, vermutet der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, in einer Welt, die immer schneller und in immer mehr Lebensbereichen digitalisiert.

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