Edewecht - 415 Seiten umfasst er und enthält diverse Fotos und Dokumente aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit: Almuth Suntay, Autorin aus Edewecht, hat jetzt einen zweiten Band ihres „Kriegstagebuches“ herausgebracht und erneut allerlei Bilder, Erinnerungen von Kriegsteilnehmern, Frontsoldaten und Flüchtlingen, Todesanzeigen gefallener Edewechter, Gedichte, Briefe, Zeichnungen sowie (militärische) Verfügungen und Bekanntmachungen zu einem Heimatgeschichtsbuch zusammengestellt.
„Ereignisse und die Schrecken des Krieges, die die eigene Kindheit und Jugend prägen, lassen einen das ganze Leben nicht mehr los“, sagt die Edewechterin, die 1935 geboren wurde und in der Zeit des Nationalsozialismus aufwuchs. Die 78-jährige Edewechterin, deren Vater Dieter Fischer als Soldat in Polen starb, verarbeitet die Zeit auf ihre eigene Art – durch Schreiben, Archivieren und den Austausch mit Zeitzeugen. Mit ihren „Kriegstagebüchern“ will Almuth Suntay die Erinnerungen einer schrecklichen Zeit vor allem auch für die Nachwelt wachhalten und für den Frieden mahnen.
„Man darf nicht vergessen, dass es in Edewecht kaum eine Familie gab, bei denen Ehemänner, Väter und Söhne nicht gefallen waren“, sagt Almuth Suntay, blättert in ihrem neuen Buch und betrachtet gedankenversunken die Fotos einer Kleefelder Familie, die gleich drei Söhne durch den Krieg verlor. „Wofür das alles?“ fragt sie und verweist auf die vielen Bilder, die Gräber zeigen.
Wenige der Edewechter Soldaten seien zurückgekehrt und von den Wenigen hätten einige nach den Schrecken des Krieges noch eine lange, qualvolle Kriegsgefangenschaft erlebt. Zu den Spätheimkehrern, die Suntay in ihrem neuen Buch vorstellt, gehört z.B. der Friedrichsfehner Gustav Brumund (Jahrgang 1926), der 1949 aus russischer Gefangenschaft heimkehrte und seine Erlebnisse beschreibt. „Die Zeit heilt Wunden, aber die Alpträume bleiben“, so Brumunds Fazit. Der Schwiegervater des Friedrichsfehner, der Jeddeloher Dachdeckermeiser Hermann Butkereit, kam als letzter Kriegsgefangener Edewechts gar erst am Neujahrstag 1954 nah Hause.
Das Ende des Krieges in Edewecht mit Einmarsch der Alliierten, das Grenzdurchgangslager Friedland, die Einweihung des Edewechter Ehrenfriedhofs 1949 und dortige Feierstunden zu Volkstrauertagen, der Fund dreier gefallener Soldaten 1976 in Scheps und der Edewechter Friedensgedenktag 60 Jahre nach Kriegsende sind weitere Themen. „Ich habe aus der Bevölkerung sehr viel Material aus Kriegszeiten bekommen, das ich nach und nach aufarbeite“, sagt die Edewechterin, die noch vier unausgewertete Aktenordner mit Fotos und Dokumenten aus dem Weltkrieg und der Nachkriegszeit hat. Wer das 2. Kriegstagebuch erwerben möchte, kann sich unter
