SCHIERBROK/BREMEN - SCHIERBROK/BREMEN - Stefan Lindemann schüttelte den Kopf. Nein, als „Hintergrundmusik für Kaffeekränzchen“ sei dieses Stück völlig ungeeignet. „Mit Dur oder Moll hat es nichts zu tun.“ Vielmehr will der 36-jährige Musikpädagoge aus Schierbrok mit seinem „Quintulum für Orchester“ mitnehmen in ungewohnte Klangwelten. Was es da zu hören gibt, ist am Freitag, 22. April, ab 20 Uhr in der Kirche Unser Lieben Frauen (Bremen) zu erleben. Bei einem Konzert des Jugend-Sinfonie-Orchesters Bremen-Nord findet die Uraufführung von Lindemanns Komposition statt.
Bei dem Stück handelt es sich quasi um eine „Auftragsarbeit“. Die Leiterin des Jugend-Sinfonie-Orchesters, Christine Schwarz, hatte den Schierbroker gefragt, ob er mal ein Stück fürs Orchester schriebe. „Da sagt man als Komponist nicht nein“, meinte Lindemann.
Die neue Musik, die Lindemann komponierte, beschreibt er als „verspielt“, als gemäßigt modern. Da würden mit einer eigentlich recht konventionellen Orchesterbesetzung ganz unterschiedliche Klangreliefs erzeugt. Die Bandbreite reiche von wollig-dumpfen Klängen („die bis ins Geräuschhafte gehen“) bis hin zu spitzen, nervigen Klängen. Es gebe Stellen, „wo alle mitspielen“, teilweise sei nur die Pikkolo-Flöte ganz hoch oben zu hören. Auch gebe es viele Elemente, die für sich vertraut klingen.
Für die Musikschüler war die Probe fürs Quintulum ein Sprung ins kalte Wasser. „Frappierend“ fand Lindemann eine Beobachtung beim ersten gemeinsamen Spiel des Orchesters am Wochenende: Nach anfänglichen Problemen hätten sich die Jugendlichen immer mehr in das Stück hineingedacht, hätten plötzlich verstanden, wo es mehr lyrische Stellen gibt, wo mehr Drive. Immer mehr kamen die Jugendlichen einem Ziel Lindemanns näher: „Dass sich die Musik gar nicht mehr so fremd anhört.“
Im Konzert-Programm des Orchesters ist Lindemanns siebenminütiges Stück eingefasst durch Musik von Carl Maria von Weber (Ouvertüre zu „Der Freischütz“), Georg Philipp Telemann (Concerto für Viola in G-Dur) und Wolfgang Amadeus Mozart (Konzert für Violine und Orchester A-Dur). Das Konzert wird wiederholt am 23. April um 19 Uhr in der ev.-ref. Kirche Blumenthal und am 24. April um 16.30 Uhr in der International University Bremen.
