SCHIERBROK - Die Kinder machten es vor, und nun sind auch die Eltern mit Begeisterung dabei. Marion Wienert schaltet sogar ein Kostüm-Notfalltelefon.
Von sven kamin
SCHIERBROK - Kurz nach Weihnachten tagt in Schierbrok jedes Jahr aufs Neue der Kostümrat des Reitsportvereins Schierbrok. Mit dabei sind Kinder und Jugendbetreuer des Vereins und – ganz wichtig – Marion Wienert. Ohne Wienert geht in Sachen Kostüm in Schierbrok nichts. Zusammen mit ihrer Familie überlegt sie schon im Vorfeld, in welcher Verkleidung die Schierbroker Reiter um den Ring gehen.In diesem Jahr fiel die Auswahl auf das Bonbon-Kostüm: „Die Idee hatte meine Tochter am Küchentisch“, erzählt Wienert. Sei erstmal eine Idee da, überlege sie, ob der Vorschlag mit einfachen Mitteln umzusetzen ist. Wienert ist stolz darauf, die Vorschläge stets nur mit der eigenen Kreativität umzusetzen – gekaufte Schnittmuster lehnt sie ab. „Dann produziere ich einen Prototyp und stelle ihn den anderen vor“, sagt sie. Bei der endgültigen Entscheidung spielen dann viele Kriterien eine Rolle: Ist das Kostüm bunt genug, um aufzufallen? Kann man sich unter dem Kostüm ausreichend warm anziehen? Und sieht das Kostüm an kleinen Kindern genauso gut aus wie an Trägern stattlicher Bärte?
Letzteres ist von besonderer Bedeutung, weil der Reitverein Schierbrok seit 15 Jahren in erster Linie als Familiengruppe auftritt. Oder – ganz genau – seit fast 15 Jahren. So starteten im Jahr 1991 die Kinder des Reitvereins mit ihren Betreuern die Faschingsumzugstradition. Erst als die Betreuer in den folgenden Jahren die Eltern baten, allein aus Sicherheitsgründen ihre Kinder zu begleiten, folgten die Eltern zunächst widerwillig, dann mit rasant wachsender Begeisterung ihrem Nachwuchs auf die Strecke. „Vom kleinen Kind, das noch nicht laufen konnte, bis hin zum Opa hatten wir alles schon mit dabei“, berichtet Wienert stolz.
Auch die Kostümherstellung ist Familiensache: Nachdem Wienert den Prototyp entworfen hat, besorgt sie zwar den Stoff und fertigt eine Nähanleitung an – genäht werden die Kostüme dann aber von jeder Familie selbst. „Zur Sicherheit habe ich aber ein Notfalltelefon eingerichtet und stehe allen mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Marion Wienert schmunzelnd. Und auch wenn Tochter Beeke einwirft, dass das Telefon schon manchmal wegen kleinerer Probleme klingele, gehen die Wienerts dennoch davon aus, dass alle 35 Teilnehmer am Umzugstag dem Motto gerecht werden: „Schierbroker Bonbons – zum Vernaschen süß!“
