Oldenburg - Wie klingt eigentlich Nebel und wie hören sich Regentropfen an? Überhaupt – lässt sich „Schiet Wetter” gut musikalisch darstellen?
Am Sonntag ging es im ersten Familienkonzert der Saison im voll besetzten Großen Haus des Staatstheaters um „Meteorologische Musik“. Unter der bewährten Regie von Dirigent und Moderator Thomas Honickel wurden musikalische Wetterkapriolen in Kompositionen aus drei Jahrhunderten dargeboten.
Zu jedem Stück erzählte Honickel eine interessante Geschichte, machte an Klangbeispielen die Kompositionen in allen Einzelheiten deutlich und bezog auch das kleine und große Publikum immer wieder mit ein: Dass es sich zu Beginn des „Regentropfenwalzers” von Michael Ziehrer erkennbar nicht um einen Walzer handeln konnte, war dem kleinen Konstantin aus der 2. Reihe sofort klar: „Weil es kein Dreivierteltakt ist”, kam es wie aus der Pistole geschossen.
Melancholisch
Als der Walzer dann im richtigen Takt zu vernehmen war, forderte der Dirigent die Zuschauer auf mitzuschunkeln, was die bereitwillig taten.
Beim Thema „Nebel” zeigte das Publikum auch stimmlichen Qualitäten. Zu einem von Honickel vorgetragenen Gedicht von Ada Negrie summten alle zweistimmig den Ton F und sorgten so für eine melancholische Stimmung.
Damit war die Grundlage für den Liedbeitrag der Mezzosopranistin Yulia Sokolik bereitet. Sie sang das „Nebbie” von Ottorino Respighi sehr farbenreich. Dem schloss sich passend die Ouvertüre zum „Winter” aus Joseph Haydns „Die Jahreszeiten” an.
Natürlich durfte auch die Gewitterszene aus Beethovens „Pastorale” nicht fehlen. „Wieviel Blitze habt ihr gehört?”, fragte Honickel. Es waren zehn. Mit Rossinis „Temporale” aus dem „Barbier von Sevilla” wurde der Bereich dieser Sturm- und Gewittermusik abgeschlossen.
Feinsinnig
Neben dem Oldenburgischen Staatsorchester war auch der Jugendchor „Klanghelden” beteiligt. Er trug Lieder von Erich Krautmacher zu den dunklen Monaten vor und beeindruckte durch schöne Stimmen und feinsinnigen Gesang.
So richtig in Stimmung gebracht wurde das Publikum noch einmal gegen Ende des Konzerts mit der schmissigen Polka „Unter Donner und Blitz” von Johann Strauß. Natürlich gab es am Schluss einen „donnernden Applaus” für das gelungene erste Familienkonzert des Staatstheaters.
Am Ende kam „Butler Jente” und half Honickel unter Verweis darauf, dass er die Zeit bald überzogen habe, in einen gelben Ostfriesennerz. Die Szene dürfte vor allem den Älteren gefallen haben. Somit war für alle was dabei – eben ein echtes Familienkonzert.
