Schillig - Erntedankfest in der Kirche St. Marien in Schillig im doppelten Sinne: Einmal dankten die Gläubigen mit Pfarrer Lars-Jörg Bratke Gott für die vielen Gaben. Zum anderen erhielt die Gemeinde Schillig im Rahmen einer bistumsweiten Initiative des Bischofs von Münster eine Auszeichnung über Umweltmanagement. Dazu gab es einen entsprechenden Maßnahmenkatalog, eine Beschaffungsordnung und eine Umwelterklärung unter dem Motto „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“.

Als Vertreter des Bischofs von Münster sagte Referatsleiter Thomas Kamp-Deister, dass „die Lebensmöglichkeiten von Menschen, Tieren und Pflanzen durch unseren derzeitigen Lebensstil geschädigt werden. Unsere Gesellschaft muss sich von Denk- und Handlungsweisen, die auf die Ausbeutung von Menschen, Mitgeschöpfen und natürlichen Ressourcen beruhen, verabschieden.“ Daher sei die Auszeichnung als Ergebnis eines Projekts des Kulturwandels im Bistum zu sehen.

Die Gemeinde habe sich damit an die Spitze einer Bewegung gesetzt und wirke weit über die Grenzen hinaus durch die Urlauberseelsorge. In der Kirche bei den Gläubigen müsse sich das Konsumverhalten verändern, wünschte er sich. Das bedeute auch: Mut zur Umkehr und die Bereitschaft zu teilen.

Kamp-Deisters Lob bezog sich besonders auf die engagierte Arbeit der Umweltbeauftragten der Gemeinde, Kerstin Achterkamp, und die von Pfarrer Lars-Jörg Bratke. „Erntedank stiftet an, zu danken und zu denken“, begann Bratke seine Predigt. Den Menschen müsse es darauf ankommen, die Schöpfung zu bewahren, durch nachhaltiges Einkaufen. Erntedank aus christlicher Sicht richte sich an Gott und Bratke erinnerte dabei an das christliche Glaubensbekenntnis.

Er habe einen Nationalpark hinterm Gartenzaun, was kein Priester im Bistum von sich sagen könne. Darauf sei er stolz. Doch wenn dann Plastik und Müll dort hingeworfen werde, ärgere ihn das. „Das Fleckchen Erde ist uns allen anvertraut und dafür müssen wir etwas tun“, meinte er und sah im größeren Zusammenhang die gesamte Erde. „Wir müssen Zukunft einkaufen – mit Genuss und Verstand“, zitierte er von einem Plakat in der Kirche zur Veränderung des Konsums und warb dafür.