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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunst: Schnitzen mit der Kettensäge

23.03.2013

Oldenburg Kunstvermittler Peter A. Reimers hat einen Stein ins Rollen gebracht. Vor drei Jahren wies er mit Ausstellungen von Klaus Beilstein auf Möglichkeiten einer künstlerischen Verbindung von Berchtesgaden und Oldenburg hin. Nun wird eine Ausstellung mit sieben Künstlern aus der Alpenregion im Oldenburger Stadtmuseum eröffnet. Im Juli sind dann sechs hiesige Maler und Bildhauer in Berchtesgaden zu Gast.

Berchtesgaden hat viel Holz, eine Fachschule für Holzschnitzerei und zahlreiche Künstler, die sich des Materials bedienen. Sie zeigen vielfältige Wege der Bearbeitung, die alle von der traditionellen Herrgott-Schnitzerei wegführen. Tier und Mensch in teils realistischer, teils leicht karikierender Form, aber perfekt geschnitten, sind die Motive des gegenwärtigen Leiters der Fachschule, Norbert Däuber.

Anders Felicia Däuber. Ihre Kettensägen-Holzskulpturen, aus einem Stück erarbeitet, mögen an Dinge erinnern, sind aber primär Auseinandersetzungen mit Binnen- und Außenräumen und zugleich gewagte Untersuchungen, wie weit ins Holz eingeschnitten und gespannt werden kann, ehe es bricht.

Holz als Fundstück ist auch das Material der Assemblagen von Martin Rasp. Die erinnern an die Zeit, als Fliegen noch ein Traum war.

Im Werk von Friedrich Schelle taucht Holz erst 2012 auf, als er das Motiv „Kinderkleider“ auf Bügel realisiert, während seine älteren Arbeiten aus Terrakotta und Bronze historische Inhalte (Kaspar Hauser) oder lustige Zwerge darstellen. Gleichfalls vom Holz hat sich Elisabeth Sebold entfernt. Ihre fragil wirkenden Bronzen erzählen Pferdegeschichten oder zeigen Figuren, die im Zustand des Vergehens sind.

Zwei Maler erweitern das Panorama: Dieter Barth zeichnet häufig in farbige Gründe und entwirft orgiastische Szenen. Er sieht in Odysseus sich selbst oder das Abbild eines Künstlers. Er überzieht Odysseus mit Ironie, wenn er nach getanem Werk die Füße in einen altgriechischen Bottich stellt. Die Fülle an Details fesselt den Blick.

Dagegen erscheinen die Bilder von Siegfried Gruber einfacher. Doch Vorsicht: die Akt- und Alltagsfiguren stehen in merkwürdigen Räumen leblos einer absurden, mindestens ungewöhnlichen Situation gegenüber, die in jeder bürgerlichen Gesellschaft zum Streit führen muss. Grubers Menschen bleiben ruhig. Und ebenso befremdlich sind die Landschaften: Die vom Licht überstrahlten Feld- und Waldbilder versetzen das saftige Grün in die Bäume und übergießen die Almen mit konturlosem Gelb.

Kurzum: Die Initiative von Reimers erweist sich als vielversprechend und anregend. Und damit als Gewinn.

Die Schau  (Katalog 14,90 Euro) wird am Sonntag um 11.15 Uhr eröffnet. Sie ist vom 24. März bis 5. Mai in Oldenburgs Stadtmuseum zu sehen. Geöffnet: die. bis so. 10–18 Uhr.
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