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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Comeback der schönen Gefühle

04.01.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-01-04T14:51:46Z 280 158

Bluesrock-Konzerte Im Nordwesten:
Comeback der schönen Gefühle

London/Oldenburg Man kann nicht behaupten, dass er völlig verschwunden war, aber vom großen Publikum übersehen worden ist Bluesrock seit vielen Jahren. Der Musikstil, in den 1960er Jahren zum „heißesten neuen Ding“ gekürt, kühlte rasch ab auf lauwarme Temperatur. Doch, oh Wunder: 2015 und mehr noch 2016 hört die Welt wieder verstärkt auf Bluesrock.

Bluesrock: elektrisch verstärkte Bluesmusik, europäische Variante des amerikanische Chicago Blues, so ungefähr lässt sich dieser Stil, aus dem sich weitere neue Genres entwickelten, beschreiben. Und auch seine Hoch-Zeit ist ziemlich genau abzustecken. Von 1964, als die Rolling Stones ein einziges Mal mit einem Bluessong – „Little Red Rooster“ – die Hitparaden anführten, bis 1970, als der geniale Gitarrist Peter Green die spätere Popgruppe Fleetwood Mac verließ.

Danach war, trotz zahlloser großartiger Schallplatten, die Luft raus aus der Bluesmundharmonika, in London, wo die Bewegung begonnen hatte, und auf dem Kontinent. Junge Gitarristen wie Rory Gallagher, Jeff Healey oder Stevie Ray Vaughn sorgten zwar für Höhepunkte, auch Eric Clapton war stets präsent. Doch als Zugpferd, um Bluesrock zu alter Größe zurückzuführen, eignete sich keiner.

Konzerttipps in Sachen Bluesrock

In den nächsten Monaten treten unter anderen auf:

Vanessa Collier plus Big Daddy Wilson und Si Cranstoun: 24. Februar, Oldenburg, im Charly’s

Hamburg Blues Band: 11. März, Vechta, Gulfhaus

Kris Pohlmann Band: 16. März, Bremen, Meisenfrei

Sari Schorr & Engine Room feat. Innes Sibun: 19. April, Hamburg Downtown Blues Club; 12. Mai, Stotel bei Bremerhaven, Alte Schule; 4. Juli, Oldenburg, Kultursommer

Dana Patlansky: 24. April, Hannover, Lux

Joe Bonamassa: 13. Mai, Bremerhaven, Stadthalle.

„Die Popularität von Bluesmusik schwankte tatsächlich erheblich, wie Seewasser, dessen Wogen ganz tief ins Tal sinken und dann wieder einen hohen Wellenkamm bilden“, meint Simon Campbell, seit Ende der 1970er Jahre in der Branche als Gitarrist und Produzent aktiv und heute mit seiner Starlite-Campbell-Band unterwegs. Es hätte zwar immer Anhänger dieser Art Musik gegeben, „doch erst die Anstrengungen von Joe Bonamassa haben das Gitarrensolo und das Interesse an elektrischer Bluesmusik wiederbelebt“. Und selbst der junge Ausnahmegitarrist Bonamassa, der im Jahr 2000 sein erstes Album vorlegte, hatte hart zu kämpfen, bis er den Bluesrock wieder interessant fürs Publikum machte und große Hallen füllte – für seine Konzerte und die anderer Künstler. Ein Erfolg, den auch Campbell auf der aktuellen CD „Blueberry Pie“, deren Stücke er zusammen mit seiner Frau Suzy Starlite komponiert und getextet hat, ermutigt. „Als Songschreiber möchten wir eine Aufnahme vorlegen, die sich ehrlich und lebendig anfühlt. Und unsere Inspiration für das Album war nun mal unsere Liebe für die britische Blues Explosion in den 60ern, für die Begeisterung und das Gefühl dahinter.“ Folge: Eine Hammond-Orgel von 1961 und ein Wurlitzer-E-Piano von 1971 kamen zum Einsatz, um den alten warmen Sound in eine moderne Produktion zu integrieren.

Alte Geräte, aber keine Kopie alter Vorbilder: So ist die Gefühlslage bei vielen jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Bluesmusikern heute. Sei es der hochtalentierte Dan Patlansky („Introvertigo“) oder Ben Poole („Time has come“), sei es der ruhige Stevie Nimmo („Sky won’t fall“) oder die quirlige Vanessa Collier („Heart, Soul & Saxophone“) – sie alle nutzen die Chance, mit Können und wunderbar produzierten Alben die Fans aufhorchen zu lassen.

Kaum überraschend auch, dass US-Sängerin Sari Schorr, die zurzeit mit ihrer Band Engine Room überschwängliche Kritiken für ihr Debüt „Force of Nature“ einheimst, sogar den Produzenten Mike Vernon reaktivieren konnte. Vernon ist einer der Verantwortlichen der „British Blues Explosion“ der 1960er Jahre. Klar, dass nun auch Altmeister wie Jeff Beck („Loud Hailer“) oder die Rolling Stones („Blue & Lonesome“) ihre musikalischen Wurzeln bloßlegen.

So sehr sich alle freuen über die Renaissance des Bluesrock – wer weiß, ob man diesmal sechs Jahre durchhält. Es kommt wohl darauf an, ob erneut die Fülle qualitativ hochwertiger Tonkunst wie damals begeistert.

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