SCHöNEMOOR - „Dieses Dorf ist kein Museum, sondern voller Leben“, hat Pastorin Susanne Jürgens in den wenigen Monaten herausgefunden, in denen sie in Schönemoor lebt. Und im Gottesdienst, mit dem am Sonntag das Festprogramm zum 800-jährigen Bestehen der Bauernschaft am nordöstlichen Rand der Gemeinde Ganderkesee gestartet wurde, berichtete sie von den Geschichten, die sie über Pastoren, Kirchenglocken, rauschende Schützenfeste und Schlägereien mit Hasbergern gehört hatte. Wichtig sei der Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Und dieser Beziehung sei Schönemoor geradezu beispielhaft.
Gute Entscheidung
„Viele Menschen haben an der Geschichte dieses Ortes mitgewirkt“, ergänzte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas in ihrem Grußwort, allen voran Winand von Sconemore, Ritter im Gefolge des Grafen von Oldenburg, der dem Ort seinen Namen gab. Und nur 21 Jahre, nämlich 1230, ist erstmals auch die Rede von der Kirche in Sconemore. „Eine eigene Kirche mit Kirchspiel bedeutete Selbstständigkeit in vielerlei Angelegenheiten“, erinnerte Gerken-Klaas.
Sich wirklich vorzustellen, welche Zustände im Mittelalter herrschten, sei heute kaum möglich. „Wir können zwar in andere Rollen schlüpfen, aber nicht in die Haut unserer Vorfahren“, sagte die Bürgermeisterin.
Nach Jahrhunderten der Eigenständigkeit habe sich Schönemoor 1972 der Gemeinde Ganderkesee angeschlossen. Das sei sicher keine leichte Entscheidung gewesen, „aber es war eine gute Entscheidung“, unterstrich die Bürgermeisterin. Heute seien Schönemoor, Neuenlande und Heide feste Bestandteile und Siedlungsschwerpunkte der Gemeinde Ganderkesee. „Hier ist es leicht für Neubürger, Fuß zu fassen.“ Und so gelte es, den Teppich der Geschichte weiter zu knüpfen. „Schönemoor hat nicht nur eine 800-jährige Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft, betonte Gerken-Klaas.
Lob vom Landrat
Gratulationen gab es auch von Landrat Frank Eger. „Warten Sie nicht wieder 800 Jahre bis zur nächsten Feier“, scherzte Eger mit Blick auf das umfangreiche Festprogramm, dem er sich widmen wollte. „Das habe ganz viel Menschen auf die Beine gestellt. Das zeigt, wie kreativ die Schönemoorer sind.“
Die Bereitschaft sich einzusetzen, sei in der Bauernschaft stark ausgeprägt. Und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das prägend für Schönemoor ist, sei auch in Zeiten der allumfassenden modernen Kommunikationsmittel ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens.
Breite Kulturarbeit
Für die Oldenburgische Landschaft unterstrich Vizepräsident Ernst-August Bode, dass Bürger- und Ortsvereine die Keimzelle für den Erhalt der oldenburgischen Landschaft und der plattdeutschen Sprache seien. Dies werde ganz besonders in Schönemoor deutlich, wo die Vereine Kulturarbeit für die Gemeinschaft leisteten.
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