Schönemoor - Sein Sarg soll bei der Überführung nach Schottland mit einem Schiff in der Nordsee versunken sein. Doch ein Grabstein auf dem Friedhof in Schönemoor erinnert an den britischen Major, der nach der französischen Revolution in die Gegend kam und 1795 in der Sannauer Hellmer bei einem Sturz vom Pferd starb. Der Major sei im Pfarrgarten beigesetzt worden, berichtete Rolf Niemeyer. Ruhe hat er der Sage nach nicht gefunden: „Im Rosengarten soll man manchmal nachts Hufgetrappel hören.“
Die Ereignisse um den Reiter waren Teil einer Friedhofsführung, die Pastorin Susanne Wöhler und Mitglieder des Gemeindekirchenrats am Sonntag anboten. Dabei ging es nicht nur um die rund 800-jährige Geschichte des Geländes an der St.-Katharinen-Kirche, sondern auch um aktuelle Entwicklungen. Die Pastorin zeigte den Teilnehmern alle Arten von Gräbern, die auf dem Friedhof zu finden sind.
Demnach sind auch Erd- und Urnenbestattungen auf einer Rasenfläche ohne Grabplatten oder Stein möglich. „Anonyme Bestattungen gibt es bei uns nicht, der Name wird immer genannt“, sagte Susanne Wöhler. Bei einer Beisetzung auf der Rasenfläche werden Bronzeschilder mit den Namen der Verstorbenen auf großen Steinen angebracht. Neu seien Stelen, auf denen ebenfalls Schilder Platz finden sollen.
Die Besucher sahen sich auch ein Rondell an. Dort können Blumen niedergelegt werden. Außerdem gibt es einen besonderen Stein, an dem Eltern von Sternenkindern trauern können.
