SCHöNEMOOR - Pastor Dirk Range war der Stress anzumerken. „Einen Moment, ich muss noch ein paar Katjas zusammensuchen“, rief er einigen Gästen vor der Katharinenkirche zu – und bahnte sich, mit blauem Regenschirm ausgerüstet und begleitet von zwei verkleideten jungen „Katharinen“, eilig den Weg durch eine feiernde Hochzeitsgesellschaft hin zur Pastorei. „Heißt hier jemand Katja? Oder Ann-Kathrin?“ – Schließlich sollte um 17 Uhr das „Namensschwestern-Treffen“ stattfinden – sicherlich einer der originellsten Punkte bei der „Nacht der Kirchen“ in Schönemoor.
Um es vorwegzunehmen: Zwar kamen an diesem Tage rund 350 Gäste zur Katharinenkirche, doch bei einzelnen Programmpunkten war die Zahl der Akteure höher als die der Zuschauer. Das galt zum Beispiel für das ausgesprochen mager besuchte Konzert des Chores Laetitia aus dem Kirchenkreis Rhauderfehn.
Die „Nacht“ der Kirchen hatte in Schönemoor bereits um 15 Uhr begonnen – mit einem Programm für Kinder. Reiten oder Kegeln, Bilderbuchkino, Schminken oder Flohmarkt standen zur Wahl, während zwei Drehorgelspieler unermüdlich kurbelten und Kirchenälteste ebenso unermüdlich für die Bewirtung sorgten. 250 Bratwürste seien ausgegeben worden, sagte Heinfried Feye am Abend.
Enttäuschend die Resonanz aufs Namensschwestern-Treffen: Nur sieben Frauen machten mit, allesamt in der Kirchengemeinde bekannte Gesichter. Kurzweilig nahmen Pastor Range und Moderatorin Imke Molde mit in die Geschichte der Katharina von Alexandria. Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas spielte Glücksfee – und überraschte drei der Teilnehmerinnen mit gespendeten Gutscheinen für eine Kutschfahrt bei Sonnenschein.
Eigentlich, so sagte Range, habe man das Namensschwestern-Treffen auf dem Kirchvorplatz veranstalten wollen – aber hier und auch bei einzelnen anderen Programmpunkten machte das wechselhafte Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Die Kirchengemeinde entließ ihre Gäste schließlich mit Gänsehaut in die Nacht: Nach Darbietungen der Kantoreien aus Schönemoor und Ganderkesee trugen Hans Joachim Schüttke und Range um Mitternacht Ernst von Wildenbruchs gruseliges „Hexenlied“ vor – in der spärlich mit Kerzen beleuchteten, jetzt recht gut besuchten Kirche.
